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Nicht nur Suchmaschine: Google will seine Dienste mit weiteren Funktionen ergänzen.

Google will Facebook mehr Konkurrenz machen

New York/Berlin - Google will stärker auf das Spielfeld der Online-Netzwerke vorstoßen und damit vor allem Facebook mehr Konkurrenz machen. Der Internet-Konzern werde seine wichtigsten Dienste mit Netzwerk-Funktionen ergänzen, kündigte Google-Chef Eric Schmidt am Dienstagabend an.

Es wäre besser, wenn Facebook den Zugang zu den Nutzerlisten öffnen würde, damit diese einander auch in der Google-Welt finden könnten, sagte Schmidt laut US-Medienberichten. „Kommt es nicht dazu, gibt es auch andere Wege, an diese Informationen heranzukommen“, wurde der Konzernchef vom „Wall Street Journal“ zitiert. Der Zeitung zufolge soll zunächst unter anderem Googles Video- Plattform YouTube mit Elementen eines Sozialen Netzwerks ausgestattet werden.

So sollen Nutzer zum Beispiel informiert werden, wenn ein Videoclip von vielen ihrer Freunde angeschaut werde. Google wolle auch Nutzerprofile zum Beispiel beim Kurznachrichtendienst Twitter oder der Foto-Website Flickr vernetzen. Flickr gehört zum Google- Wettbewerber Yahoo. Google betreibt seit Jahren den Facebook-Konkurrenten Orkut. Das Online-Netzwerk ist jedoch nur in wenigen einzelnen Ländern wie Brasilien populär. Facebook stieg dagegen mit mehr als 500 Millionen Nutzern zum weltgrößten Online-Netzwerk auf. Für Google ist es wichtig, die Nutzer an Dienste des Konzerns zu binden, damit der Fluss der Werbeeinnahmen nicht abreißt. Facebook bietet seinerseits auf der eigenen Plattform eine Alternative zur Internet-Suche über Google an - und nutzt dafür die rivalisierende Suchmaschine Bing von Microsoft.

Zur Unzeit kommt da neuer Zündstoff für Debatten um den Datenschutz bei Google. Nach einem Bericht des US-Blogs „Gawker“ wurde ein Google-Mitarbeiter wegen Verstöße gegen Datenschutz- Richtlinien entlassen. Dem Bericht zufolge schnüffelte der 27-jährige Techniker wiederholt in Google-Accounts mehrerer ihm bekannter Teenager herum. Diese Details bestätigte Google zwar nicht direkt. Allerdings räumte der Google-Manager Bill Coughran grundsätzlich ein, dass es Mitarbeiter gebe, die Zugang zu Nutzer-Informationen haben: „Eine eingeschränkte Zahl von Menschen wird immer einen Zugang zu diesen Systemen haben müssen, wenn wir sie ordentlich betreiben wolle.“

Deshalb nehme Google jedes Eindringen in die Systeme sehr ernst. So habe die Auswertung interner Zugangsinformationen ausgeweitet. „Gawker“ berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, der gefeuerte Google-Mitarbeiter habe sich Zugang unter anderem Kontaktlisten und gespeicherten Internet-Chats verschafft. Google-Verantwortliche seien im Juli über die Unregelmäßigkeiten informiert worden, worauf der Mann seinen Job verlor. Dem Blog zufolge hat eine kleine Gruppe von Google-Mitarbeitern, die das reibungslose Funktionieren der Dienste sicherstellen soll, uneingeschränkten Zugang zu Nutzer-Accounts.

dpa

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