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Pilze per Bild über die "Google Now"-App als essbar oder giftig einstufen? Das halten Fachleute für gefährlich.

App zum Schwammerl suchen

Pilz giftig? Experten warnen vor Google-Werbung

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München - Per App entscheiden ob ein Pilz giftig ist? Kein Problem - suggeriert Google in einer in sozialen Netzwerken kursierenden Werbung. Experten schlagen Alarm.

Google rührt die Werbetrommel für seine Anwendung "Now" - und wendet sich dazu auch an Pilzfans. "Herbstzeit ist Pilzezeit. Aber ist der Pilz wirklich essbar? Die Google App kann helfen", kündigt das Unternehmen in einer in sozialen Netzwerken verbreiteten Werbung an. Und zeigt auch gleich ein Beispiel, wie eine Schwammerl-Suche über die App funktionieren könnte: "Ok Google, zeige mir Bilder von einem Hallimasch."

"Ok Google" ist bei der automatischen Spracherkennung der App das Signal, Suchergebnisse für einen Begriff anzuzeigen. Und so wird das Web bei der Frage nach dem Hallimasch-Pilz von Google nach entsprechenden Bildern durchforstet.

"Wer sich unsicher ist, welchen Pilz er vor sich hat, sollte ihn auf keinen Fall essen"

Beim Pilze sammeln im Wald auf dem Smartphone per Google abgleichen, welcher Pilz im Körbchen liegt? Davon sind Experten gar nicht begeistert. "Es ist wahnsinnig gefährlich, Pilze anhand von Bildern zu suchen", sagt Thomas Oberhofer von der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft. "Pilzesammler sollten nie mit einer App überprüfen, ob ein Pilz essbar ist oder nicht."

Eine solche Anwendung könne lediglich eine Orientierungshilfe sein. "Wer sich unsicher ist, welchen Pilz er vor sich hat, sollte ihn aber auf keinen Fall essen." Um Erfahrungen im Einordnen von Pilzen zu sammeln, rät Oberhofer, sich mit fachkundigen Sammlern zusammenzutun. Von ihnen könnten sich Pilz-Anfänger dann verschiedene Sorten im Wald zeigen lassen.  

Google Deutschland nahm auf Anfrage unserer Online-Redaktion nicht zu der Werbung Stellung. Im sozialen Netzwerk Google Plus äußern sich einige User kritisch über die Anzeige. "Um Pilze zu sammeln, sollte man sich doch ein wenig auskennen", schreibt User Oliver K. als Kommentar unter die im Google Deutschland-Account gepostete Werbung. Nutzerin Helga F. kommentiert: "Ick sammel nur die Pilze, die ick kenne und da kann och nischt passieren".

Die Gelegenheit, volle Körbe nach Hause zu bringen, haben Pilzfans auch im November noch, sagt Schwammerl-Experte Thomas Oberhofer. "Die Saison ist noch nicht rum. Bis es friert, ist noch einiges zu finden."

wei

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