Google Street View startet für 20 deutsche Städte

Hamburg - Der umstrittene Internetdienst Google Street View steht jetzt auch für die 20 größten Städte in Deutschland kurz vor dem Start. Ist auch Ihre Stadt dabei?

Nach den ersten Bildern der Gemeinde Oberstaufen im Allgäu sowie einiger bundesweiter Sehenswürdigkeiten und Bundesligastadien Anfang November gebe es “in Kürze“ auch Panoramabilder der Städte Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal zu sehen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Montag auf dapd-Anfrage. Einen konkreten Zeitpunkt wollte sie ebenso wenig nennen wie Street View-Produktmanager Andreas Türk in einem Blogeintrag. Street View ist eine Funktion des Kartendienstes Google Maps, mit dem Straßen, Plätze und Sehenswürdigkeiten in einer 360-Grad-Ansicht erlebbar werden. Alle Orte wurden mit einem Street View-Auto Bild für Bild aufgenommen und anschließend zu einem Panoramafoto zusammengesetzt. Gegen den Dienst hatten im Vorfeld rund eine Viertelmillion Bundesbürger (2,89 Prozent) aus den 20 Städten Widerspruch eingelegt, weil sie ihre Häuser nicht abgebildet sehen wollen. 

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Verpixelung möglicherweise fehlerhaft

“Trotz großer Bemühungen kann es vorkommen, dass einige Häuser in den 20 Städten auf den Street View-Bildern zu sehen sein werden, die eigentlich unkenntlich gemacht sein sollten“, räumte die Unternehmenssprecherin ein. Türk zufolge hätten viele speziell dafür ausgebildete Kollegen hart daran gearbeitet, diese Häuser unkenntlich zu machen. Experten des TÜV Rheinland hätten den Prozess überprüft und zertifiziert. “Leider treten jedoch bei jedem großen manuellen Prozess wie diesem auch Fehler auf“, sagte Türk und entschuldigte sich dafür. So konnte Google etwa einige Häuser nicht eindeutig mit den Informationen bestimmen, die online oder per Brief eingingen. Auch könne das Unternehmen trotz mehrfacher Qualitätskontrollen nicht ausschließen, dass es bei der manuellen Übernahme der Adressen aus den teils handschriftlichen Briefen zu Tippfehlern gekommen sei, die Angaben unleserlich gewesen seien und die korrekte Adresse daher nicht erfasst worden sei. “In solchen Fällen kann man uns selbstverständlich nach der Einführung von Street View in Deutschland mitteilen, wenn wir ein Haus unkenntlich machen sollen“, sagte der Produktmanager. 

Datenschützer sieht Handlungsbedarf

Hamburgs Datenschützer Johannes Caspar sieht nun Handlungsbedarf und kündigte für Dienstag (16. November) eine Erklärung zu den neuen Entwicklungen an. Die Widerspruchsfrist gegen Street View war einst zwischen Caspar und Google vereinbart worden. Am Donnerstag (18. November) will das Unternehmen auf einer Pressekonferenz über den umstrittenen Internetdienst informieren.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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