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GPS: Wegweiser aus dem Weltall

Kompass und Karte sind von gestern. Wer mit dem Auto in den Urlaub verreisen, sich in einer fremden Stadt orientieren oder einer Wanderroute durch den Wald folgen möchte, vertraut auf Navigationsgeräte und Peilsender.

Die Technik, die dahinter steckt, heißt Global Position System, kurz GPS. Ursprünglich nur für für militärische Zwecke gedacht, ist GPS längst in viele Bereiche des Alltags vorgedrungen. Dabei ist die Technik gerade einmal 15 Jahre alt geworden.

Mehr als dreißig GPS-Satelliten kreisen im Weltall – 20 200 Kilometern über unseren Köpfen. Waren die Vorgänger wie Transit noch störanfällig und unpräzise, entwickelte das US-Verteidigungsministerium mit GPS ein System, das auf wenige Meter genau die Position der Empfangsgeräte auf der Erde bestimmen kann.

Den ersten Satelliten schossen die Amerikaner 1978 ins All. Voll funktions- und einsatzfähig war das Programm allerdings erst am 17. Juli 1995. Zumindest für einen kleinen Personenkreis, der Zugang hatte. Die Amerikaner verschlechterten nämlich künstlich das Signal, weil sie fürchteten, die Technik könne gegen sie verwendet werden, etwa durch Raketenangriffe. Im Jahr 2000 stellten sie die Störung aber bereits ab und erlaubten die kostenfreie Nutzung.

Seit der Freischaltung haben GPS-Geräte für Wanderer, Jogger, Auto- und Radfahrer den Markt erobert. Günstigere Modelle beschränken sich auf die Anzeige der Koordinaten. Teurere bieten zusätzlich Geländeansichten und dreidimensionales Kartenmaterial. Auch in vielen Handys und Smartphones der neusten Generation schlummern GPS-Empfänger. Für Reisen und Städteerkundungen interessant, ist ihr Empfang in dichten Wälder allerdings oft zu schwach.

Erst allmählich zeigt sich, welche Einsatzmöglichkeiten GPS in Kombination mit Handys und einem mobilen Internetzugang eröffnet. In Amerika sind – nach dem Erfolg des sozialen Netzwerks Facebook und der Kurznachrichten-Plattform Twitter – ortsgebundene soziale Dienste wie Gowalla und Foursquare dank GPS auf dem Vormarsch. Als deutscher Ableger hat sich Qype als Städte- und Gastronomieguide durchgesetzt.

Registrierte Nutzer checken virtuell in Cafés, Bars und Restaurant ein, in denen sie sich gerade aufhalten. Ein Plausch mit anderen Nutzern vor Ort ist ebenso möglich wie Speiseempfehlungen auszutauschen. Immer größerer Beliebtheit erfreut sich auch die elektronische Schnitzeljagd namens Geocaching. Mehr als eine Millionen Schatzdosen warten weltweit darauf, mittels GPS-Empfänger gefunden zu werden.

Wenn auch vieles erst Spielerei ist und der Einsatz von GPS am Anfang steht: Ein Leben ohne das Navigationssystem ist kaum noch vorstellbar.

Datenmissbrauch durch GPS?

Mit einem GPS-Empfänger lässt sich jederzeit der Standort bestimmen. Auch fremde Personen können auf die Daten zugreifen. Ein Vorteil, wenn Verletzte bei einem Unfall dank Koordinaten auch in unwegsamen Gelände zu finden sind. Allerdings lädt die Dauerortung zum Datenmissbrauch und zu personalisierter Werbung ein.

Wer etwa Apples neuestes Betriebssystem iOS 4 auf seinem iPhone installiert, stimmt zu, dass standortbezogene Daten erhoben, verwendet und weitergegeben werden dürfen. Damit könnte Apple Informationen darüber sammeln, wo sich die Nutzer wie lange aufgehalten. Und sie ermöglicht gezieltere Werbung. Wer sich einem Elektromarkt nähert, könnte Infos über neue TV-Geräte erhalten. Im Umkreis eines Baumarkts gibt es dann Bohrmaschinen-Angebote aufs Display.

Von Stefan Moriße

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