40 Grad Fieber und Husten

- München - Die Spanier und die Portugiesen haben gut lachen: sie haben ihre Grippewelle gerade hinter sich. Dafür hat es jetzt ihre Nachbarländer erwischt: In Italien, Frankreich, Belgien, der Schweiz und in Deutschland treiben die Influenzaviren ihr Unwesen. "Süddeutschland ist derzeit neben Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen besonders betroffen", berichtet Helmut Uphoff, Epidemiologe der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) in Marburg. "Zwar haben wir noch keine schwere Epidemie wie im Winter 1995/96, aber eindeutig eine Grippewelle, das zeigt die Rückmeldung aus den 600 Praxen, die bundesweit mit uns zusammenarbeiten."

<P>Gut 50 Prozent der an die Nationalen Referenzzentren eingesandten Rachenabstriche sind bereits positiv, das heißt, sie enthalten Grippeviren. "In den meisten Fällen sind es Viren vom Typ A", so der Bevölkerungsmediziner, "wer also geimpft ist, kann damit rechnen, weitgehend geschützt zu sein." In der Schweiz sind die Virustypen A und B gleichmäßig verbreitet, in Frankreich besonders der Typ B, der im aktuellen Impfstoff ebenfalls berücksichtigt ist.<BR><BR>Zwar ist eine Grippeimpfung nie ein völlig sicherer Schutz, darauf weisen die Experten der AGI und des Robert-Koch-Instituts in Berlin immer wieder hin, aber wer trotzdem erkrankt, kann mit einem leichteren Verlauf rechnen.<BR><BR>Die Influenza ist eine schwere Erkrankung, an der jedes Jahr einige tausend Menschen sterben (vor allem wenn die Krankheit zu spät behandelt wird und die Kranken bereits stark immungeschwächt sind oder ein schweres Herzleiden haben). <BR><BR>"Die Blutbilder der Kinder sind zum Fürchten"<BR>Ein Münchner Kinderarzt<BR><BR>"Derzeit sind bei uns vor allem Kinder und Jugendliche betroffen", erklärt Dr. Petra Graf vom Münchner Referat für Umwelt und Gesundheit. Das passt auch zu der Erfahrung in Münchner Kinderarztpraxen: "Wir haben derzeit sehr viel mehr kranke Kinder, die offensichtlich an einer Virusgrippe leiden - mit hohem Fieber um die 40 Grad und schwerem Husten", berichtet Kinderarzt Dr. Gottfried Huber. Rachenabstriche von den kleinen Patienten schicken Huber und sein Kollege in der Doppelpraxis nicht ein, "wir haben gar nicht die Zeit dazu".<BR><BR>Aber die Diagnose steht für sie auch so nach den Symptomen fest - die Blutbilder der Kinder seien "teilweise zum Fürchten". Zur Behandlung der Kinder, die meist besser als Erwachsene mit der Infektionskrankheit fertig werden, gehören vor allem die Stärkung der körpereigenen Abwehr, die Zufuhr von viel Flüssigkeit und Maßnahmen gegen das Fieber und die Atemwegsbeschwerden.<BR><BR>Viel trinken, strenge Bettruhe, das Fieber ausschwitzen, den Kreislauf stärken, den Husten lindern, das ist die Therapie bei Erwachsenen. Nur zu Beginn der Grippe wirken neue Medikamente, die die Viren bekämpfen.<BR></P>

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