Gravierende Änderungen bei Zuzahlungen in Apotheke

- Berlin - Patienten müssen sich zum Jahreswechsel 2004 auf gravierende Änderungen bei den Zuzahlungen in der Apotheke einstellen. Die bisherigen Befreiungsbescheinigungen für chronisch Kranke verlieren Ende 2003 durch die Gesundheitsreform ihre Gültigkeit. Darauf machte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Donnerstag in Berlin aufmerksam.

Während Chroniker bislang ab dem zweiten Jahr ihrer Erkrankung komplett von der Zuzahlung befreit werden konnten, müssen sie in Zukunft jedes Jahr bis zu einem Prozent ihres Brutto-Jahreseinkommens selbst tragen. Alle anderen Patienten, mit Ausnahme von Kindern und Jugendlichen, müssen bis zu zwei Prozent selbst tragen. <P>Um in den Genuss einer späteren Befreiung zu kommen, sollten Kranke ab 1. Januar 2004 Belege ihrer Zuzahlungen sammeln und gegebenenfalls bei ihrer Krankenkasse einreichen. Bei den Zuzahlungsgrenzen werden Selbstbeteiligung bei Medikamenten, Heilmitteln, im Krankenhaus und die neue Praxisgebühr von zehn Euro je Arztbesuch pro Quartal berücksichtigt.</P><P>Bei Medikamenten werden künftig zehn Prozent des Preises als Zuzahlung fällig - mindestens jedoch fünf, höchstens aber zehn Euro. Bisher lag die Zuzahlung zwischen mindestens vier und höchstens fünf Euro. Die Apotheker schätzen, dass auf Dauer weiterhin 50 Prozent aller Zuzahlungen frei von Selbstbeteiligung bleiben werden. 80 Prozent aller Zuzahlungen würden fünf Euro betragen und damit nicht wesentlich mehr als bisher. Erstmals müssen sich Sozialhilfeempfänger beteiligen. Für Singles unter ihnen kann das 35 Euro im Jahr ausmachen, für Familien 70 Euro.</P><P>Durch neue Abschlags- und Rabattregeln für Apotheken, Hersteller und Großhandel werden nach Einschätzung der Apotheker bisher preisgünstige verschreibungspflichtige Arzneien teurer, die Medikamente der mittleren und höheren Preislagen dagegen jedoch deutlich billiger. Dies werde die Kosten der Krankenkassen dämpfen.</P>

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