Größer, bunter, sicherer, teurer: Was an Windows Vista anders ist

Microsoft - Millionen Computer-Nutzer müssen sich in den kommenden Monaten umstellen. Der Software-Hersteller Microsoft bringt nächste Woche den Nachfolger seines Betriebssystems Windows XP auf den Markt. Fachleute erwarten, dass sich "Vista" schnell verbreiten wird, neue PCs sollen bald nur noch mit dem lange angekündigten System verkauft werden. Unsere Zeitung stellt das Werkzeug vor, mit dem künftig die Mehrheit der Anwender privat und beruflich arbeiten wird.

Eigentlich wollte Microsoft keine fünf Jahre verstreichen lassen, bis der Nachfolger des im Oktober 2001 vorgestellten Windows XP in die Läden kommt. Doch bei der Entwicklung des neuen Betriebssystems, das auf über 50 Millionen Zeilen Programmcode basiert und damit zu den komplexesten Produkten des Unternehmens gehört, tauchten immer wieder Probleme auf. Der Verkaufsstart verzögerte sich wiederholt, obwohl ein Heer von 2000 Informatikern an dem Mammutprojekt mitgearbeitet haben soll. Jetzt ist es so weit: Am 30. Januar wird Windows Vista erstmals für die Endverbraucher zu haben sein.

Gegenüber Windows XP hat Microsoft vor allem in puncto Sicherheit nachgerüstet. Die sogenannte Firewall, die unkontrolliert von außen eindringende Daten abwehrt, wurde verstärkt. Zudem haben die Entwickler die Nutzerverwaltung neu geregelt. Bei XP wird allen Anwendern standardmäßig das Recht eingeräumt, alles zu ändern und zu verwalten. Dies hatte jedoch zur Folge, dass Viren das gesamte System lahmlegen konnten. Dies soll unter Vista nicht mehr passieren.

Dass die neue Software tatsächlich sicherer ist, hat das Magazin "PC Professionell" in einem Vergleich mit anderen Systemen bereits festgestellt. "Vista ist am sichersten", heißt es in einem Bericht in der aktuellen Ausgabe. Die Experten loben neben der Neuorganisation der Administratorrechte die neue "Defender"-Funktion, die gegen Spionage-Software schützen soll. Dagegen wird allerdings kritisiert, dass kein Antiviren-Programm integriert ist.

Die auffälligste Neuerung an Vista ist die grafische Benutzeroberfläche "Aero". Sie soll eine schnellere und komfortablere Verwaltung von Daten und Programmen ermöglichen. Für ein Aha-Erlebnis sorgen dabei die neuen, transparenten Fenster, die einen besseren Überblick über geöffnete Dokumente bieten sollen. Mit der Funktion "Flip 3D" werden sie dreidimensional dargestellt.

Ebenfalls komplett überarbeitet: der Dateimanager Explorer. Er zeigt jetzt weit mehr Informationen zu den Dateien an als bisher und bietet mit Hilfe von Schlüsselwörtern mehr Freiheiten bei der Verwaltung. Dasselbe gilt für das neu angeordnete Start-Menü, in dem ein Suchfunktion integriert wurde, die das Auffinden von Programmen erleichtert. Praktisch ist zudem eine Anzeige am Bildschirmrand, die Nachrichten aus dem Internet anzeigen kann.

Unterm Strich hat Microsoft nach eigenen Angaben mehrere tausend neue Funktionen in Vista gepackt. Das verbessert zwar den Bedienungskomfort, hat allerdings einen Haken: Die Anforderungen an den Rechner sind hoch, vor allem, wenn der Nutzer nicht auf "Aero" verzichten will. Dann sollte der Arbeitsspeicher mindestens ein Gigabyte groß sein und die Grafikkarte ein Modell mit mindestens 64 Megabyte.

Wer keinen neuen PC mit vorinstalliertem Vista kauft, sondern die Software selbst auf seinen Rechner aufspielen möchte, muss sich genau mit den erhältlichen Varianten beschäftigen. Vergleichbar mit Windows XP Home ist Vista Home Premium, das 299 Euro als Vollversion kostet, und 199 als Upgrade (von XP auf Vista). Home Basic, mit Preisen von 119 Euro und 229 Euro die günstigste Variante, hat kein "Aero"-Design. Experten empfehlen allerdings abzuwarten, bis Kinderkrankheiten von Vista auskuriert sind -­ zumal Microsoft den Service für XP bis 2009 anbieten will.

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