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Ein Besucher probiert bei der Computerspielemesse Gamescom die Datenbrille "Morpheus".

Vorsicht vor Hackern und Zusatzkosten

Die größten Gefahren von Online-Spielen

München - Sie bestreiten spannende Kämpfe, erkunden neue Welten oder schlüpfen in andere Charaktere: Computerspiele sind für viele Nutzer eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Doch es gibt auch Gefahren.

In dieser Woche treffen sich tausende Spieler auf der Messe Gamescom in Köln. Schon seit Jahren wird nicht nur offline, sondern auch über das Internet gedaddelt. Das aber birgt auch Risiken.

Welche Gefahren lauern beim Nutzen von Online-Spielen?

Was für das normale Surfen im Netz gilt, gilt auch für Online-Spiele: Es besteht die Gefahr, dass das Gerät über das Internet von Kriminellen attackiert wird und diese eine Schadsoftware installieren. Solche Programme können beispielsweise das Gerät lahmlegen oder Daten und Passwörter auslesen. Eine Attacke kann etwa beim Download einer Spiel-Erweiterung passieren oder beim Herunterladen von mit Viren verseuchten Spiele-Apps.

Mit legalen, aber doch äußerst fragwürdigen Absichten könnten außerdem Spiele-Anbieter unterwegs sein, warnen Kritiker: Sie könnten über Benutzerkonto und Spielverhalten sehr viele Informationen über den Nutzer sammeln, und diese dann für gutes Geld verkaufen.

Wie lassen sich die Geräte vor den Angriffen von Internet-Kriminellen schützen?

Nutzer sollten ihre Spiele nur aus seriösen Quellen herunterladen, rät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Über einen unbekannten Anbieter sollte sich der Nutzer unbedingt erst informieren, bevor er dessen Programme herunterlädt. Daneben sollten Nutzer die obligatorischen Sicherheitsvorkehrungen treffen: Der Computer sollte mit einem aktuellen Virenschutzprogramm und einer Firewall ausgestattet sein. Die vom Hersteller bereitgestellten Sicherheitsupdates für das Betriebssystem sollten immer installiert werden. Auch beim Smartphone sind regelmäßige Sicherheitsupdates ein Muss.

Welchen Extra-Schutz für die persönlichen Daten gibt es?

Online-Spieler, die auf Nummer sicher gehen wollen, sollten an einem gesonderten Computer daddeln, auf dem sich keine sensiblen Daten befinden, rät das BSI. Das ist vor allem bei solchen Spielen empfehlenswert, die die Zugriffsrechte eines Administrators verlangen. Generell sollten Spieler - wo es möglich ist - unbedingt ein Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten statt mit Administrator-Rechten verwenden, um nicht ungewollt persönliche Daten preiszugeben.

Wer verhindern will, dass er zu viele Daten freigibt, sollte zudem sein Profil aus dem Spiel nicht mit sozialen Netzwerken verknüpfen. Außerdem sollten über das Aussehen der Spielfigur oder deren Name keine Rückschlüsse auf den realen Namen des Spielers gezogen werden können. Wer verschiedene Spiele spielt, sollte seine Figuren jeweils unterschiedlich benennen. Von Anfang an sollten Nutzer so wenig Daten wie möglich herausgeben und für die Kommunikation mit dem Anbieter eine extra E-Mail-Adresse verwenden.

Welche Zusatzkosten können bei Online-Spielen entstehen?

Es gibt eine Vielzahl an Online-Spielen, die kostenlos angeboten werden. Um schneller, besser oder ausgiebiger spielen zu können, müssen dann aber virtuelle Zusatzinhalte gekauft werden. Bei den Zusatzkosten handele es sich oft um kleinere Cent- oder Euro-Beträge, über die die Nutzer aber schnell den Überblick verlieren, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Nutzer könnten ihr Mobilgerät aber so einstellen, dass es derartige "In-App-Käufe" erst gar nicht zulässt. Zu finden sei diese Anwendung vielfach unter der Rubrik "Einstellungen" des Geräts.

Wie viel Daddeln ist gesund?

Die Grenze zwischen viel und zu viel ist schwer zu ziehen. Beginne das Computerspiel das Leben zu dominieren, werde das Wegbleiben vom Computer zur Qual und leide das soziale Umfeld unter dem Hobby, dann sei es Zeit zu handeln, rät das BSI. Eltern sollten darauf achten, dass sie ihren Kindern auch Alternativen zum Computerspiel anböten und die Spieldauer gegebenenfalls begrenzten. Und auch Erwachsene sollten darauf achten, nicht zu viel Zeit vor dem Computer zu verbringen.

AFP

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