Die Großstadt als Wettermotor

- Großstädte, vor allem die an den Küsten, werden künftig eine immer wichtigere Rolle für das Wetter und möglicherweise auch für das globale Klimageschehen spielen. Denn Metropolen zeichnen sich nicht nur durch höhere Durchschnittstemperaturen aus, sondern auch durch häufigeren und stärkeren Regenfall.

<P>Wie eine Studie von Marshall Shepherd vom Goddard Space Flight Center der NASA und Steve Burian von der University of Arkansas (USA) zeigt, heizt sich die Luft über Metropolen, in denen große Teile durch Straßen und Häuser bedeckt sind, stärker auf als die Luft im Umland und steigt schnell nach oben.</P><P>In Kombination mit der kühlen Meeresbrise bedingt dies erhöhte Niederschlagshäufigkeiten, wie eine Analyse in der Region um die amerikanische Großstadt Houston vor und während der Urbanisierung zeigt. Ähnliche Studien haben bereits gezeigt, dass die sogenannten "urbanen Wärmeinseln" stärkeren Regenfall in Städten wie Atlanta, St. Louis oder Chicago bewirken.</P><P>Zum ersten mal konnten damit die Forscher beweisen, dass es diesen Effekt auch in Küstenstädten gibt. Shepherd und Burian stellten mit Daten des Wettersatelliten TRMM (Tropical Rainfall Measuring Mission) und zahlreicher Wetterstationen fest, dass es zwischen 1998 bis 2002 im Windschatten von Houston 44 Prozent mehr regnete als windaufwärts. </P><P>In der Stadt selbst fiel 29 Prozent mehr Regen. Die Gründe dafür liegen im höheren Anteil an Straßen und Häusern, die zu einer wärmeren Umgebungstemperatur führen und "urbane Wärmeinseln" bilden, so die Wissenschaftler. </P><P>Die aufsteigende Warmluft, gefördert durch die Hitze der Stadt, könnte zur verstärkten Wolkenbildung und mehr Regen rund um die Städte führen, schreiben die Forscher in "Earth Ineractions", einem Fachmagazin der American Meteorological Society und der American Geophysical Union.</P><P>Unterschiedlich hohe Gebäude konzentrieren den Wind, treiben die Luft nach oben. Kühlt sie in der Höhe plötzlich ab, entstehen Regen und Gewitter. Die Nähe zum Meer verstärkt den Effekt, da die kühle Meeresbrise ohnehin dazu neigt, über Land aufzusteigen. <BR>Nach einer UNO-Studie werden in 25 Jahren 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Vom Bevölkerungswachstum werden besonders die Küstenstädte betroffen sein.<BR><BR></P>

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