Grüne Arzneifabrik

- Grüne Blätter, in denen Impfstoffe gegen gefährliche Krankheiten wachsen: Würzburger Forschern ist dies gelungen. In Tabakpflanzen ließen sie ein Protein wachsen, das gegen eine verbreitete Virusinfektion immun macht. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher jetzt im Fachblatt "Nature Biotechnology" vor.

Bisher galten Bakterien als die besten gentechnischen Fabriken. Doch der Aufwand, Impfstoffe auf diese Art herzustellen, ist noch immer groß. Dass sie auch in gentechnisch veränderten Pflanzen wachsen können, ist für Forscher nicht neu. "Allerdings lieferten die bislang getesteten Pflanzen zu geringe Mengen", sagt der Apotheker Heribert Warzecha von der Uni Würzburg.

Anders bei dem getesteten Impfstoff: Warzecha setzte den genetischen Bauplan des gewünschten Stoffs, der aus einem Protein und Fettsäure-Ketten besteht, in die so genannten Chloroplasten von Tabakpflanzen. Das sind winzige grüne Partikel der Zellen, die vor allem für die Photosynthese zuständig sind. Die kleinen Fabriken schafften es, den kompletten Stoff herzustellen. Hinzu kommt: Sie sind dabei besonders produktiv. Denn jede Pflanzenzelle enthält rund 100 dieser grünen Kügelchen.

Die Forscher extrahierten den Impfstoff. Im Tierversuch reagierte das Immunsystem von Mäusen hervorragend darauf. Jetzt haben die Wissenschaftler eine Vision: Sie wollen Impfstoffe auch in Tomaten oder Salat wachsen lassen. Dann wäre die Spritze bei der Impfung bald überflüssig.

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