+
Grüne hoffen auf wachsame Bürger bei Google-Straßen-Fotos

Auf mögliche Verstöße gegen Datenschutzvorhaben aufmerksam machen

Grüne hoffen auf wachsame Bürger bei Google-Straßen-Fotos

Wiesbaden. Die Grünen hoffen bei Straßen-Aufnahmen des Internet-Unternehmens Google auf wachsame Bürger. Angesichts möglicher Verstöße gegen Datenschutzvorgaben bei den Aufnahmen für Googles Street View gehe es darum, das Bewusstsein der Bürger für die Problematik zu schärfen

Lesen Sie dazu auch:

Das sagte die Landtagsabgeordnete Ellen Enslin in Wiesbaden. Die Aufnahmen sind später frei im Internet zugänglich, dabei können auch Passanten und Autos zu sehen sein, so dass Rückschlüsse möglich sind, wer sich wo aufgehalten hat.

„Wir wollen es nicht generell verteufeln, aber man muss schon genau hinschauen“, sagte sie über das Google-System. Street View ist bereits von 19 Ländern verfügbar, in diesem Jahr will Google auch in Deutschland starten. Damit sind beispielsweise „Online-Stadtrundfahrten“ möglich.

Seit anderthalb Jahren sind Mitarbeiter von Google in Deutschland unterwegs und nehmen mit 360-Grad-Kameras, die auf Autos oder auch Zweirädern montiert sind, Straßenansichten auf. Die Aufnahmen stoßen auf große Bedenken von Datenschützern. Enslin sieht sich in ihrer skeptischen Haltung auch von Antworten des hessischen Innenministers Volker Bouffier (CDU) bestätigt. Danach waren die von Google Deutschland (Hamburg) im Internet veröffentlichten Pläne für Aufnahmefahrten nicht immer aktuell.

Google hat sich laut Bouffier unter anderem verpflichtet, seine Fahrpläne bis zu zwei Monate im Voraus zu veröffentlichen. Zu den nicht aktuellen Plänen habe das Unternehmen auf Anfragen des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt erklärt, derzeit gebe es keine Fahrten und es sei noch nicht absehbar, ob es in diesem Jahr welche geben werde

 Das für den privaten Datenschutz zuständige RP hatte noch Anfange Februar mitgeteilt, Google werde seine Fahrten in Südhessen wieder aufnehmen, sowie der Schnee geschmolzen sei und Sonnenschein gute Aufnahmen möglich mache. Google hat nach Darstellung Bouffiers auch zugesagt, Aufnahmen von Menschen oder Autokennzeichen unkenntlich zu machen. Dazu müssen sich aber die Betroffenen melden. Kommunen könnten Widersprüche gegen Aufnahmen nicht mit dem Datenschutzrecht begründen. Die Einhaltung der Datenschutzvorgaben werde das RP Darmstadt überwachen, versicherte der Minister.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte dem Suchmaschinen-Anbieter kürzlich „millionenfache Verletzung der Privatsphäre“ vorgeworfen.

Widersprüche können dem RP zufolge per Mail an streetview- deutschland@google.com oder per Brief an Google Germany GmbH, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg gestellt werden. (dpa/lhe)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neu auf dem Markt: Frische Smartphones und HD-Audio
Musik-Streamingdienst Deezer lockt mit Musik kostenlos in Hifi-Qualität. Das gilt für Nutzer, die die neue Desktop-App herunterladen. Neu in den Regalen liegen zudem die …
Neu auf dem Markt: Frische Smartphones und HD-Audio
Amazons Alexa: Einkaufen per Sprache von Anfang an aktiviert
Sprachassistenten wie Alexa sollen Nutzern Arbeit abnehmen - auch beim Bestellen von Produkten. Mancher fürchtet aber, dass dann ein unbedachter Satz gleich eine …
Amazons Alexa: Einkaufen per Sprache von Anfang an aktiviert
Streamingdienste bieten mehr als Musikplayer-Apps
Die CD-Sammlung verstaubt mittlerweile bei vielen im Regal. Die Musik ist digitalisiert und wird mit einem Player an Rechner oder Smartphone abgespielt - wenn denn …
Streamingdienste bieten mehr als Musikplayer-Apps
Private Nachrichten von anderen nicht veröffentlichen
Eine persönliche Nachricht sollte vor allem eins sein: privat und damit nicht für alle zugänglich. Wer dies nicht beachtet und Mitteilungen veröffentlicht, dem drohen …
Private Nachrichten von anderen nicht veröffentlichen

Kommentare