Hacker-Attacke auf Obamas Twitter-Konto aufgeklärt

Ein spektakulärer Hacker-Angriff auf die Twitter- Konten von US-Präsident Barack Obama und Sängerin Britney Spears scheint aufgeklärt: In Frankreich nahmen Fahnder nach monatelangen Ermittlungen einen arbeitslosen 25-Jährigen fest.

Der unter dem Tarnnamen „Hacker Croll“ auftretende Computer-Freak soll sich im vergangenen Jahr illegal Zugang zu etlichen Nutzer-Konten des Kurzmitteilungsdienstes Twitter besorgt haben - darunter auch zu denen von Obama und Spears.

Nach ersten Erkenntnissen suchte der Franzose allerdings nur eine Herausforderung. „Er wollte damit kein Geld machen“, sagte eine französische Polizeisprecherin am Mittwochabend.

Der 25-Jährige wurde nach seiner Vernehmung wieder freigelassen. Er wird sich im Sommer in Clermont-Ferrand vor Gericht verantworten müssen.

Um die Twitter-Konten zu knacken, spielte der junge Mann nach Angaben der Ermittler lediglich Detektiv. Er sammelte im Internet private Informationen über Twitter-Mitarbeiter und versuchte dadurch, Rückschlüsse auf ihre Passwörter bei E-Mail-Diensten zu ziehen.

Bei einem der Mitarbeiter hatte er Erfolg und konnte sich auf dessen Seite einloggen. In den Mails des Mannes fand er dann Hinweise darauf, wie er sich als Administrator Zugang zu Twitter-Nutzerkonten verschaffen konnte. „Es war fast schon einfach. Es brauchte ein bisschen Zeit, Glück und Neugier“, berichtete „Hacker Croll“ bereits im vergangenen Jahr dem Internetdienstes www.zataz.com.

Im Gegensatz zu anderen Hackern habe er allerdings keinerlei Daten verändert oder geklaut - obwohl dies möglich gewesen wäre. „Ich habe lediglich Screenshots gemacht. Das war''s“, schrieb der Hacker.

Auf die Spur des Mannes aus der Auvergne kamen die französischen Ermittler durch Hinweise der amerikanischen Bundespolizei FBI. US- Beamte waren auch bei der Festnahmen und der Vernehmung dabei.

Der Online-Dienst Twitter, über den Nutzer Texte in SMS-Länge verschicken können, ist bereits mehrfach wegen Sicherheitspannen aufgefallen. Anfang 2009 übernahm ein Hacker die Konten von 33 zumeist prominenten Nutzern und veröffentlichte in deren Namen gefälschte Nachrichten. So gab es beispielsweise vulgäre Kommentare von Britney Spears zu lesen oder oder einen Link zu einer Meinungsumfrage zu Barack Obama.

Im August legten Angreifer alle Server des Unternehmens lahm. Ende 2009 gab es eine Attacke pro- iranische Angreifer auf die Webseite des Kurzmitteilungsdienstes.

dpa

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