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Die markante Guy-Fawkes-Maske ist das Markenzeichen von Anonymous.

1,3 Millionen Fans! Was dahintersteckt

Falsche Anonymous-Seite auf Facebook: User in Irre geführt

München - Die Videobotschaft des Hacker-Kollektivs Anonymous, die zum Kampf gegen den IS aufruft, bekommt im Internet viel Zuspruch. Doch bei Facebook landen viele Menschen auf einer Fake-Seite. 

Kommt heutzutage die Sprache auf Anonymous, assozieren viele Menschen mit dem Hacker-Kollektiv den Kampf gegen das Böse auf der Welt. Mit gezielten Aktionen beispielsweise gegen den KuKluxKlan, Scientology oder Pegida und der Unterstützung für Wikileaks machten die Aktivisten mit den Guy-Fawkes-Masken in der Vergangenheit auf sich aufmerksam und erreichten dadurch Unterstützung und Wohlwollen in Teilen der Bevölkerung. 

Anonymous sieht sich selbst als dezentralisierter und führerloser Zusammenschluss von Menschen, um die Anonymität der einzelnen Mitglieder zu wahren und eine Rangordnung ausschließen. Gleichzeitig kann jeder sich als Mitglied des heterogenen Pulks ausgeben, ohne die Werte der Aktivisten zu vertreten.

Anonymous-Botschaft gegen den IS erhält viel Zuspruch

Als das Hacker-Kollektiv kurz nach den schrecklichen Terrorangriffen in Paris in einer Videobotschaft zum Kampf gegen den IS aufrief, erhielten die Aktivisten vor allem im Netz großen Zuspruch, getreu dem Motto: Wenn es sonst keiner macht, dann machen es eben die Hacker. Man werde die Mitglieder des IS "auf der ganzen Welt jagen" und mit "massiven Cyberattacken" gegen die Islamisten vorgehen, gaben die Aktivisten bekannt, die jedoch schon seit mehreren Monaten gegen den IS kämpfen und laut dem Magazin Foreign Policy seitdem rund 100.000 Twitterkonten, 150 Websites und 5.900 Propaganda-Videos wahlweise entfernt oder lahmgelegt haben.

Die Video-Ankündigung des Hacker-Kollektivs ließ die "Gefällt mir"-Angaben auf der größten deutschsprachigen Facebook-Seite unter dem Namen Anonymous (facebook.com/Anonymous.Kollektiv) extrem nach oben schnellen. Binnen weniger Tage erhöhte sich die Like-Anzahl von knapp einer Millionen auf rund 1.358.000 (Stand 19.11.2015). 

Anonymous-affine Themen wie Netzpolitik, Urheberrecht, Überwachung oder Vorratsdatenspeicherung finden sich unter den zahlreichen Post jedoch kaum. Stattdessen quillt die vermeintliche Anonymous-Seite auf Facebook nur so über vor Verschwörungstheorien, anti-amerikanischer Propaganda, Hetze gegen Flüchtlinge, Texten über das vermeintliche Versagen der Bundesregierung oder Werbung für das umstrittene Compact-Magazin. 

"Anonymous.Kollektiv" macht sich Namen für Hetze zunutze

Geht man der ganzen Sache ein wenig auf den Grund, liest man auf diversen Blogs, die dem Umfeld von Anonymous zugerechnet werden können, dass die Seite "Anonymous.Kollektiv" vor rund drei Jahren von einem Internet-Unternehmer gekapert worden sei und anschließend alle weiteren ehemaligen Administratoren öffentlich als V-Männer, BKA-Mitarbeiter oder Scientologen diffamiert worden seien. 

Inzwischen sieht besagte Facebook-Seite etwas anders aus. Aus der Sicht von "Anonymous.Kollektiv" sei beispielsweise Deutschland nicht souverän und weiterhin von den USA besetzt, Merkel eine "Berufsverbrecherin" und "Schlepperkönigin", die deutschen Medien gesteuert, Flüchtlinge wahlweise "Invasoren" oder "Kriminelle" und Russland mit Putin die letzte Bastion im Kampf gegen die kriminellen Machenschaften des Westens.

Unter dem Deckmantel des wohlklingenden Namen von Anonymous bekommen somit mehr als eine Millionen Menschen (sofern es keine Fake-Profile sind) Beitrage serviert, die im krassen Gegensatz zu den Werten und Idealen von Anonymous stehen und gleichzeitig aus dem rechtspopulistischen Spektrum stammen. Ein anderer Blog spricht davon, dass diese Facebook-Seite alles in den Dreck ziehe, "wofür Anonymous eigentlich steht". 

Offiziell bestätigt hat die Übernahme der Facebook-Seite natürlich keiner. Allerdings ist generell Vorsicht angebracht: Wo Anonymous draufsteht, ist nicht auch automatisch Anonymous drin.

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