Hacker machen Schäubles Fingerabdruck bekannt

München/ Berlin - Hacker vom Chaos Computer Club (CCC) haben den Fingerabdruck von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) öffentlich gemacht. Damit wollten sie gegen die elektronische Speicherung der Abdrücke in Pässen protestieren, hieß es in einem Bericht von "Focus Online" am Samstag.

Der Minister gab sich am Sonntag gegenüber "Zeit Online" unaufgeregt: Ihn habe die Aktion "kalt gelassen". Schäuble weiter: "Mein Fingerabdruck ist kein Geheimnis, den kann jeder haben. Ich habe nichts zu befürchten."

"Ein Sympathisant des CCC gelangte an ein Glas, an dem Herr Schäuble seine Fingerabdrücke hinterlassen hat", sagte ein CCC-Sprecher dem Online-Dienst des Magazins "Focus". Der neuen Ausgabe des Club-Magazins "Datenschleuder" werde ein kleines Stück Folie mit Schäubles Fingerabdruck beigelegt. Wer sich diese Folie auf die Fingerkuppe klebt, soll damit an Fingerabdruck-Scannern als Wolfgang Schäuble durchgehen.

Neue Reisepässe sind seit dem 1. November mit elektronischen Fingerabdrücken des Eigentümers auf einem Chip versehen. Zentral oder in Meldeämtern werden die Abdrücke nicht gespeichert. Der CCC hatte davor gewarnt, dass die Datensicherheit nicht gewährleistet sei. Der Club hofft, mit der Aktion eine neue Debatte über das Thema biometrische Merkmale anzustoßen.

Auf diese "fast philosophische Debatte" will sich das Innenministerium nicht einlassen. Wie eine Sprecherin "Zeit Online" sagte, sehe man keinen Zusammenhang zwischen der Aktion des CCC und dem ePass, auf dem die Fingerabdrücke der Zeigefinger gespeichert werden. Aufgabe des Ministeriums sei es, Dokumente sicherer zu machen.

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