Nach Buchstabenklau

So "hilft" Facebook Hakle bei der Suche nach dem H

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München - Nachdem der Klopapierhersteller Hakle den Diebstahl des Hs im Firmenlogo seines Stammsitzes publik machte, helfen viele Facebooker dem Unternehmen - doch wohl nicht so, wie es sich das erhofft hatte.

Rund 2675 Rollen Klopapier hat das Unternehmen als Belohnung für sachdienliche Hinweise ausgelobt.

Seit gut einer Woche ist der Firmenname am Stammsitz in Düsseldorf verstümmelt: „akle“ prangt jetzt an der Mauer des Geländes. Diesen "Hilferuf postete der Unternehmen am Tag des mutmaßlichen Diebstahls:

GESUCHT: Kaum zu glauben, aber wahr, wir sind auf der Suche nach unserem H. Und dafür brauchen wir Eure Hilfe. Wer von...

Posted by Hakle on Mittwoch, 19. August 2015

Jetzt wird die Facebook-Seite des Klopapierherstellers Hakle von einer wahren H-Flut überschwemmt. Die Nutzer des sozialen Netzwerks erbarmten sich und schickten dem Klopapierhersteller alle H's, die sie nur finden oder herstellen konnten - aus Toilettenpapier und aus Klorollen, selbst gebastelt, gelegt, gemalt oder ausgeschnitten. Der Kreativität auf der Suche nach dem verlorenen Buchstaben war anscheinend keine Grenzen gesetzt:

Kein besonders großes Opfer dürfte es beispielsweise für Eva-Marie O. gewesen sein, ihr H im Nachnamen kann sie wohl bald gut entbehren: "Da ich sowieso auf nen Heiratsantrag warte, könnt ihr och das H meines Nachnamens haben." Ein anderer Nutzer witzelte: "Das "H" ist in meiner Suppe".

Anouck R. griff kurzerhand in die Trickkiste, verdoppelte ihren haarigen Liebling kurzerhand, um aus der Katze ein H zu zaubern.

Tanja G. verwendete ein Geheimrezept, um dem Toilettenpapierhersteller zu einem neuen und appetitlichen H zu verhelfen. Neben dem Zwetschgendatschi wanderte der restliche Hefeteig in den Ofen.

Corinna C. schickte dem Unternehmen schließlich ein H zurück, das quasi aus deren eigener Produktion stammt. Auf die Idee kamen allerdings noch andere und legten und setzten Klopapier, was die Rollen hergaben. 

Doch das bundesweit gesuchte H war noch nicht dabei.

Nur ein PR-Gag?

Mittlerweile wird allerdings der Vorwurf laut, bei dem geklauten Buchstaben und der bundesweiten Suche danach handele es sich um die gezielte Suche nach Aufmerksamkeit. „Es ist kein PR-Gag“, beteuert eine Hakle-Unternehmenssprecherin. Dass der Diebstahl an einem ganz bestimmten Mittwoch, dem „Tag des Toilettenpapiers“ publik wurde, sei reiner Zufall.

„Marken-Hersteller würden normalerweise davor zurückschrecken, so etwas zu inszenieren“, sagt Dirk Popp, Deutschland-Chef der Kommunikationsagentur Ketchum Pleon. „Das kann nach hinten losgehen. Wenn das rauskommt, ist der Shitstorm programmiert und die Glaubwürdigkeit verspielt. Dann schlägt die Community zurück.“

„Sie hätten sich mit ihrer Strafanzeige selbst strafbar gemacht“, sagt Prof. Rüdiger Götz von der Werbeagentur Grey. Er hätte auch den realen Diebstahl nicht derart ausgeschlachtet, sagt Götz. „Allein schon der Verdacht ist für ein Markenprodukt bedenklich.“ Das sieht Popp anders: „Wenn man das clever, charmant und witzig ausschlachtet, ist dagegen nichts zu sagen.“

vf/dpa

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