Hand in Hand gegen Tropenkrankheiten

- In den Ländern der Dritten Welt wüten sie besonders alarmierend: Tropenkrankheiten wie Malaria, Gelbfieber und die unbekanntere Leishmaniose. Auch die Anzahl der Erkrankten, die an Infektionen wie Aids oder Tuberkulose leiden und sterben, ist in den Entwicklungsstaaten besonders hoch. Lange ist es her, dass die Weltgesundheits-Organisation (WHO) die Pharmakonzerne dazu aufrief, auf kostspielige Arznei für die Dritte Welt zu verzichten. Das war 1981. Mittels so genannter Public Private Partnerships (öffentlich-private Partnerschaften) und dem ersten Non-Profit Pharmaunternehmen, wird dem 15 Jahre alten Aufruf Tribut gezollt.

<P>Allein der bislang unheilbaren Malaria erliegen jährlich eine Million Menschen, 300 Millionen Neuerkrankte werden pro Jahr registriert, so Joe Cohen, der bei einem der größten Pharmakonzerne der Welt arbeitet. Er forscht nach neuen Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten und besitzt das Patent für RTS,S/AS02A - einen vielversprechenden Malariaimpfstoff. Er verhindert das Eindringen des Erregers, eines Parasiten, in die Blutzellen. Malaria wird durch die Stechmücke Anopheles übertragen, die selbst mit dem Malaria-Erreger infiziert ist. Mit dem Stich der Mücke gelangt der Erreger in den menschlichen Blutkreislauf und nistet sich in den roten Blutkörperchen ein, die letztendlich platzen. Der Infizierte reagiert mit starken Fieberschüben. Die besonders schwere Form Malaria tropica kann sogar Hirn und Nieren schädigen und so zum Tode führen. Bei einem Test von RTS,S/AS02A konnte bei Kindern in Mosambik eine halbjährige Immunität vor Malaria tropica festgestellt werden.</P><P>RTS,S/AS02A ist ein Hoffnungsträger. Die Entwicklung des Impfstoffes, meint Cohen, wäre nur durch Public Private Partnerships möglich gewesen. Bei so einer Allianz arbeitet ein Unternehmen mit dem privaten oder öffentlichen Sektor zusammen. Substanzen, deren Entwicklung für den Konzern zu teuer wären, können so mit Haushaltsgeldern oder Privatstiftungen finanziert werden. Denn die Entwicklung eines Impfstoffes ist kostspielig und langwierig. Im Falle von RTS,S/AS02A waren es fast zwanzig Jahre.<BR><BR>Jahrzehntelang wurde an Mitteln gegen Tropenkrankheiten kaum geforscht", berichtet Victoria Hale, Gründerin von OneWorld Health (OWH), dem ersten Non-Profit Pharmaunternehmen. "Europäer und Amerikaner waren ja auch kaum betroffen!" Mit ihrer Firma will sie nicht nur Forschung und Entwicklung von Tropen-Arznei voran treiben, sie will sie auch billig vermarkten. Dass das funktionieren kann, hat OWH bereits bewiesen. <BR><BR>Mit verschiedenen Partnern wurde ein Antibiotikum gegen Leishmaniose hergestellt, eine durch Mücken oder auch Sandflöhe übertragene Parasiten-Krankheit. Die besonders schwere Art der Leishmaniose befällt die inneren Organe und führt bei Nicht-Behandlung durch Folgekrankheiten wie zum Beispiel Durchfall häufig zum Tode. <BR>Hales Arznei ist billig. "Zehn US-Dollar pro Injektion beim Erwachsenen, fünf Dollar beim Kind", berichtet sie nach dem Testlauf des Präparats in Indien. Dort soll das Mittel verkauft werden.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die neue GoPro Hero6 Black im Test
Die neue Top-Action-Cam aus dem Hause GoPro heißt Hero6 Black. Sie kann im Vergleich zu ihrem Vorgänger mit einigen Neuerungen aufwarten. Allerdings schlägt sich das …
Die neue GoPro Hero6 Black im Test
Mobiles Gaming ohne Einschränkungen: Gaming-Laptops im Test
Anspruchsvolles Gaming geht auch auf Laptops, die es mittlerweile durchaus mit den Gaming-Towern aufnehmen können.Welche Modelle sind empfehlenswert?
Mobiles Gaming ohne Einschränkungen: Gaming-Laptops im Test
Gmail-App für iPhones akzeptiert bald andere E-Mail-Konten
Mit der Gmail-App fürs iPhone lassen sich keine E-Mail-Konten anderer Anbieter nutzen. Das will Google künftig ändern und arbeitet an einem entsprechenden Feature. Wie …
Gmail-App für iPhones akzeptiert bald andere E-Mail-Konten
Viele Streaming-Kunden kennen ihre Rechte nicht
Fast jeder Internetnutzer konsumiert Streaming-Dienste. Dabei akzeptieren die meisten Benutzer die AGB der Anbieter, ohne sie vorher gründlich gelesen zu haben und sind …
Viele Streaming-Kunden kennen ihre Rechte nicht

Kommentare