Handy führt nicht zu Hirntumoren

- Ein Leben ohne Handy können sich viele Jugendliche gar nicht mehr vorstellen. Doch ihre Eltern macht dies oft besorgt - und zwar nicht nur wegen der astronomischen Gebühren. Dem Mobilfunk wird nachgesagt, dass er der Gesundheit schadet.

Außer Konzentrationsund Schlafstörungen gelten auch Hirntumore als eine mögliche Folge. Dies wenigstens widerlegt jetzt offenbar eine britische Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Die Wissenschaftler befragten 966 Tumorpatienten und 1716 gesunde Kontrollpatienten nach ihrem Handygebrauch. Das Ergebnis: "Die Benutzung von Mobiltelefonen, sei es auf kurze oder mittelfristige Sicht, ist nicht mit einem höheren Risiko für Gliome verbunden", berichten die Forscher um Sarah Hepworth vom Zentrum für Epidemiologie und Biostatistik des Leeds Institute of Genetics. Gliome sind die häufigsten Hirntumore.

Einfluss auf das Tumor-Risiko hat laut Studien-Ergebnis weder die Zahl der Gespräche noch ihre Dauer. Auch wer noch die wesentlich stärker strahlenden frühen Mobiltelefone nutzte, zeigte kein erhöhtes Risiko. Dieses Resultat deckt sich mit den meisten, jedoch nicht allen bisher veröffentlichten Studien.

Die Untersuchung ist Teil der Interphone-Studie unter dem Dach der WHO. Seit dem Jahr 2000 wird in 13 Ländern an Untersuchungen gearbeitet. Die Studie ist die weltweit größte ihrer Art. In Deutschland gibt es Untersuchungen in Bielefeld, Heidelberg und Mainz. Auch die deutschen Forscher fanden Ende Januar keine Belege für ein Krebsrisiko durch Handys. Die Ergebnisse sollen im März veröffentlicht werden. Die Interphone-Studie kann jedoch keine Aussage über die Langzeitfolgen des mobilen Telefonierens machen.

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