Harmonische Musikergemeinschaft

- In unserer neuen Serie stellen wir die akademischen Orchester und Chöre Münchens vor. Ihre abwechslungsreichen Programme verzaubern jährlich Klassik- und andere Musikliebhaber. Im Teil 2: Chor und Orchester der Fachhochschule München (FHM).

<P>"In unserem Chor oder Orchester mitzuwirken, ist mehr, als nur einmal die Woche so nebenbei zur Probe zu gehen. Das war vielleicht früher mal so, hat sich aber geändert",betont Professor Theodor Schmitt, Chor- und Orchesterleiter an der Münchner Fachhochschule. "Die Studenten im Chor und im Orchester erleben Musik in einer Gemeinschaft, in der es keine Ellbogenmentalität gibt", lobt der FH-Professor das Konzept.<BR>Das mittlerweile 65 Studenten starke Symphonieorchester und der mit rund 100 Mitgliedern besetzte Chor wurden 1952 gegründet. <BR><BR> <BR>Gründer war der Münchner Komponist und Dirigent Joseph Suder (1892-1980), der das Ensemble am damaligen Oskar-von-Miller-Polytechnikum, einem der Vorläuferinstitute der FHM, etablierte. 1960 wurde die Orchesterleitung dann seinem Sohn übertragen, dem späteren Präsidenten des Bayerischen Musikrats, Professor Alexander Suder. Er sorgte auch für die Erweiterung des musikalischen Lehrangebots an der Fachhochschule.</P><P>Seit 1991 leitet nun Theodor Schmitt die Musikensembles. "Im Chor und im Orchester wechselt das Programm mit jedem Semester", erklärt er. "Mit dem Orchester haben wir schon Dvorak, Haydn oder sogar die Filmmusik aus "Star Wars" aufgeführt. Zum Chor-Repertoire gehören neben klassischen Werken, die wir teilweise gemeinsam mit dem Orchester aufführen, auch Musicals oder Jazzchöre".</P><P>An der FHM müssen die Studierenden während ihres Studiums dreimal jeweils ein Semester im Bereich Allgemeinwissenschaften (AW) ein Fach wählen, zu dem auch das Musikensemble gehört. Wer dort teilnehmen will, kann das musikalische Praktikum - wie alle anderen AW-Lehrveranstaltungen - als Pflichtfach oder freiwillige AW-Fach belegen.</P><P>Am Ende des Semesters gibt es im Pflichtfach Musik eine praktische Prüfung, bei der Teile aus dem erarbeiteten Semesterprogramm vorgetragen werden. "Ich lasse beispielsweise 20-30 Takte auf der Geige spielen und stelle dem Studenten dann Fragen nach musikalischen Zusammenhängen", erklärt Schmitt. Voraussetzung für die Zulassung zur AW-Prüfung ist die regelmäßige Mitwirkung bei den Musikpraktika (Anwesenheitsnachweis), außerdem die Teilnahme am externen Probenwochenende, an den Hauptproben und den Konzerten. </P><P>"Wir nehmen als Gastmusiker auch interessierte Studenten anderer Hochschulen bei uns auf. Den Kern bilden aber Studenten der FH", erklärt der Dirigent. "Um in den Chor oder das Orchester aufgenommen zu werden, muss man etwas vorspielen. So kann ich besser einschätzen, wo der jeweilige Student einzusetzen ist." Das neue Chor- oder Orchestermitglied wird keinen Musik-Unterricht erhalten: "Der Student muss schon über ein wenig musikalische Erfahrung verfügen".<BR>Chor und Symphonieorchester machen jedes Jahr Konzertreisen in verschiedene Länder - jedes zweite Jahr traditionsgemäß nach Ungarn.</P><P>Neben den wöchentlichen Proben kommen vor den Konzerten auch Samstagsproben, ein Probenwochenende oder sogar kleine Proben in den Semesterferien dazu. "Die kontinuierliche Arbeit in den Proben und die Arbeit am Detail in den Workshops lohnt sich allemal" meint Schmitt: Das Ergebnis der Arbeit wird in drei Konzerten präsentiert. "Das führt zu einem unglaublichen Gemeinschaftsgefühl", schwärmt der Musiker.</P><P>Er schätzt das große Engagement aller Musikanten. "Als ich an der FH angefangen habe, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass wir einmal Oratorien wie Mendelsohns "Elias" aufführen würden, doch der ist dieses Jahr in Erfüllung gegangen", schmunzelt der Chef der FH-Musikergemeinschaft.</P><P>Das nächste Konzert der 165 Studenten steht schon fest: am 12. Dezember in der Aula der Universität. <BR></P>

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