"Heben Sie nicht ab!"

- "Elite muss Vorbildcharakter haben, Leitbild abgeben und Normen setzen." Mit diesem Appell verabschiedete Ministerpräsident Edmund Stoiber im Kuppelsaal der Staatskanzlei den fünften Absolventen-Jahrgang der Bayerischen Elite-Akademie. Die von der Wirtschaft unterstützte Akademie hat das Ziel, begabte Studenten studienbegleitend als künftige Führungskräfte zu formen. Es geht hier also nicht wie beim Elitenetzwerk-Studium, um die Förderung junger Forscher.

<P>Dass die 32 Absolventen dem Freistaat erhalten bleiben und sich "ihrer Verantwortung für die Zukunft des Landes bewusst sind", hofft nicht nur der Ministerpräsdent. Die Wirtschaft setzt große Hoffnungen in sie.<BR><BR>Ein Praktikum bei einem renommierten Unternehmen, ein persönlicher Mentor aus der Führungsetage und Projektarbeiten über komplexe Probleme im Wirtschaftsleben - das 18-monatige Programm der von der bayerischen Wirtschaft finanzierten Elite-Akademie bereitet die Studenten vor allem auf die spätere Tätigkeit in einer Spitzenposition der Wirtschaft vor.<BR><BR>Dennoch sollte bei der Verabschiedung des fünften Absolventen-Jahrgangs nicht der Eindruck entstehen, es gehe bei dem Förderprogramm einzig um den beruflichen Erfolg. "Heben Sie nicht ab!" forderte Stoiber die neue Elite auf, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. <BR><BR>Damit die künftigen Führungskräfte auch soziale Probleme in ihrem Umfeld berücksichtigen, gehörte heuer erstmals ein "Sozialtag" zum Studienprogramm.<BR><BR>In einer Blindenschule verbrachte Eva Anderl ihren Sozialtag. "Das war für mich etwas ganz Neues", so die Computerlinguistik-Studentin von der Ludwig-Maximilians-Universität. Allerdings räumt die 23-Jährige, die sich seit sieben Jahren auch im Sanitätsdienst engagiert, ein: "Ein solcher Tag ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein."<BR><BR>"Immerhin waren wir mit dem Sozialtag Pioniere", meint Absolvent Zhen-Hui Eng. Tatsächlich wurde der Tag erst auf Anregung der jetzigen Absolventen ins Ausbildungsprogramm der Akademie aufgenommen.<BR>Eng, der an der Technischen Universität München Maschinenbau mit Schwerpunkt Medizintechnik studiert, verbrachte seinen Sozialtag in einem Pflegeheim. "Ich musste richtig mit anpacken und helfen, eine alte Frau zu duschen", erzählt der 24-Jährige aus Singapur und fügt überzeugt hinzu: Ich habe dabei wahnsinnig viel gelernt."</P>

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