Heilendes Licht bei Schuppenflechte

- Die Sonne als heilende Quelle - darauf setzen viele Menschen, die an Schuppenflechte (im Medizinerjargon Psoriasis genannt) leiden, jeden Sommer ihre Hoffnung. Denn sie sorgt zumindest für eine Linderung ihrer Krankheit, die sich immer wieder mit schuppenden und juckenden verdickten Hautstellen zeigt.

Rund 80 Prozent der Psoriasis-Kranken profitieren besonders von der Kombination Sonnenbad und Meerwasser. Deshalb zieht auch das Tote Meer in Palästina, der zweitsalzigste Binnensee auf diesem Planeten, viele Psoriatiker an.Doch es ist immer ein Balanceakt zwischen heilsam und schädlich. Es kann zur Austrocknung der Haut kommen, wichtig ist daher eine individuelle Hautpflege, gerade in der Sommerzeit, um die gestörte Barrierefunktion der Haut wieder herzustellen. Rund zwei Millionen Bundesbürger leiden an Schuppenflechte, einer Autoimmunkrankheit: Gegen den eigenen Körper gerichtete Immunreaktionen führen zu chronischen Entzündungen der Haut. Stress, Medikamente oder auch Infektionen fördern noch den schubweisen Ausbruch der Beschwerden. Die Psoriasis, die in jedem Lebensalter ausbrechen kann, verläuft in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Die typischen Symptome sind: scharf begrenzte, rote, teils juckende, erhabene und mit silberweißen Schuppen bedeckte Stellen, so genannte Plaques. Sie bilden sich in erster Linie an den Ellenbogen und den Knien, am Kreuzbein sowie am behaarten Kopf.

Sommerliche trockene Luft und luftige Kleidung reizen die empfindliche Haut weniger als im Winterhalbjahr, wenn viele Schuppenflechte-Patienten stärkere Entzündungsschübe beobachten. Das Sonnenlicht hat auch eine immunsuppressive Wirkung, und es hemmt die Entzündungsreaktionen.

Um auch außerhalb der Sommermonate heilende Sonnenstrahlung zu nutzen, wird in der Psoriasis-Therapie viel mit künstlichen Lichtquellen gearbeitet. Bei der "Selektiven Ultraviolett-Phototherapie' (SUP) nutzen die Ärzte das durch Fluoreszenzröhren oder Quecksilberhochdrucklampen erzeugte UVB-Licht mit Anteilen des UVA-Lichts zur Bestrahlung. Die Therapie wird auch bei Sonnenallergie angewandt.Eine andere Methode, die PUVA-Photochemotherapie, verstärkt die langwellige Ultraviolett-A-Bestrahlung durch photosensibilisierende Substanzen. Sie kam allerdings wegen möglicher Hautkrebsrisiken ins Gerede, doch inzwischen geben Studien einem Zuviel an echten Sonnenstrahlen auf die lichtempfindliche Haut die Schuld am verstärkten Krebsrisiko. Denn man muss zwölf Stunden jedes Sonnenlicht (auch indirektes) nach Einnahme der Photochemo-Substanz meiden.

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