Der heimtückische Schatten

- Der Schatten legt sich beinahe unbemerkt über das Auge. Doch genau das macht ihn so gefährlich. Das Glaukom, auch "Grüner Star" genannt, ist immer noch eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Zwar hat die Medizin heute wirksame Mittel, die Krankheit zu stoppen. Da das Leiden schmerzlos beginnt, wird es aber noch immer häufig zu spät erkannt. "Die eingeschränkte Sicht wird zunächst kaum bemerkt", sagt Professor Ines Lanzl von der Augenklinik der TU München.

Feststellen kann sie jedoch der Augenarzt. Experten empfehlen daher Menschen über 40 Jahren, alle zwei bis drei Jahre zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Von den gesetzlichen Krankenkassen wird diese allerdings nicht gezahlt. Auch bei der Vorsorge gibt es neue Erkenntnisse: "Die Augendruckmessung genügt nicht", sagt Lanzl. Beinahe ein Drittel der Fälle blieben so unerkannt. Wichtig ist laut der Augenärztin zusätzlich der Sehnerv-Check. Denn bei einem Glaukom sterben Nervenfasern in Netzhaut und Sehnerv ab.

Mit einem Augenspiegel kann der Arzt eine Schädigung erkennen. Die Auslöser des Zelltods sind dabei verschieden. Außer erhöhtem Augeninnendruck gilt eine Störung der Augendurchblutung als die Hauptursache. Auch eine mangelnde Regulation des Blutdrucks schädigt die Augennerven. Dabei gilt zu niederer Blutdruck als gefährlicher als hoher. "Das Auge wird schlecht mit Blut versorgt", sagt Lanzl. Rechtzeitig erkannt, kann das Fortschreiten der Krankheit heute aufgehalten werden. Es gibt wirksame Operationen und Laserbehandlungen, um den Augeninnendruck zu senken. Außerdem können Augentropfen verabreicht werden.

Doch Vorsicht: Neue Untersuchungen zeigen, dass die Konservierungsmittel nicht nur Allergien auslösen, sondern auch zu einem so genannten "Trockenen Auge" führen können. Diesem chronische Leiden, das auch zu Binde- und Hornhautschäden führen kann, lässt sich bei Glaukompatienten jedoch vorbeugen. Augentropfen ohne Konservierungsstoffe sind mittlerweile im Handel.

Kostenlose Glaukom-Hotline 0800/800 88 80 (montags von 16 bis 18 Uhr).

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Streaming erstmals stärker als CD
Zeitenwende auf dem Musikmarkt: Erstmals wird mit Streaming mehr Umsatz gemacht als mit der guten alten CD. Damit geht eine Ära zu Ende, die auch in Deutschland ihren …
Streaming erstmals stärker als CD
Aktuelle Auto-Digitalradios nerven mit Stummschaltung
Das terrestrische Digitalradio DAB+ hat in aktuellen Autoradios oftmals einen schlechten Empfang. Bei schwachem Signal schalten die Geräte dann stumm. Eine Umschaltung …
Aktuelle Auto-Digitalradios nerven mit Stummschaltung
Microsoft hat Skype 8.0 veröffentlicht
Die neue Skypeversion 8.0 bringt einige neue Funktionen - und bedeutet das Ende für alle Vorgängerversionen. Ab September gibt es nur noch mit Skype 8.0 Zugang zur …
Microsoft hat Skype 8.0 veröffentlicht
iOS 12 kommt mit 60 frischen Emojis
Für manche Situationen und Gefühle hatten iPhone-Nutzer bislang nicht das passende Emoji, um die digitale Botschaft rund zu machen. Im Herbst will Apple Nachschub …
iOS 12 kommt mit 60 frischen Emojis

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.