Im Herbst Geborene leben länger

- Im Herbst geborene Menschen leben länger. Das ist das Ergebnis einer Studie des Rostocker Max-Planck-Instituts für Demographische Forschung, in der Gabriele Doblhammer-Reiter und James Vaupel die Sterbedaten von mehr als einer Million Menschen ausgewertet haben.Die Wissenschaftler analysierten die Sterbedaten von zwischen 1968 und 1998 gestorbenen Dänen, Österreichern und Australiern, die zum Zeitpunkt ihres Todes mindestens 50 Jahre alt gewesen waren.

<P>Den zwischen Oktober und Dezember geborenen Menschen im Norden (Beispiel: Dänen) ist demnach ein durchschnittlich drei Monate längeres Leben vergönnt. </P><P>Im Herbst geborene Österreicher leben im Durchschnitt sogar ein halbes Jahr länger als ihre zwischen April und Juni geborenen Mitbürger. In Australien im dortigen Herbst (dem europäischen Frühling) geborene Menschen lebten ebenfalls im Schnitt dreieinhalb Monate länger als die Frühjahrsmenschen.</P><P>Auch bei gewaltsamen Todesfällen gibt es jahreszeitliche Unterschiede. So starben im Frühjahr geborene Menschen häufiger als Herbstmenschen an Unfällen oder durch Selbstmord. </P><P>Diese Erkenntnisse bestätigen die bereits früher von Vaupel und Doblhammer-Reiter im US-Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichten Ergebnisse einer Bevölkerungsanalyse von Einwohnern der Vereinigten Staaten. Danach lebten von 90 000 an Krebs gestorbenen Amerikanern die im Winter geborenen im Durchschnitt rund eineinhalb Jahre länger als diejenigen, die im Sommer das Licht der Welt erblickt hatten.</P><P>Als Ursachen für die Lebenszeit-Unterschiede werten die Bevölkerungswissenschaftler neben saisonabhängig auftretenden Infektionskrankheiten die bessere Versorgung der Babys im Mutterleib in den Sommermonaten. Das Geburtsgewicht der Herbstkinder sei durchgehend höher gewesen als das der in anderen Jahreszeiten geborenen Kinder. Dies sei vor allem ein Ergebnis der abwechslungsreichen Nahrung aus frischem Obst und Gemüse, die im Sommer zu Verfügung stehe, meinen die Rostocker Max-Planck-Wissenschaftler.</P><P>Im Frühjahr geborene Kinder hingegen hätten oft Untergewicht, weil sich ihre Mütter im Winter einseitig und weniger vitaminreich ernährt hätten. </P><P>Unter jüngeren Menschen in den Industriestaaten, die erst im 21. Jahrhundert geboren wurden, werde die Verknüpfung zwischen Geburtszeit und Lebenserwartung zwar schwächer ausfallen, meinen die Wissenschaftler. Mit jahreszeitlichen und geographischen Unterschieden müsse man aber weiterhin rechnen.<BR></P>

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