Der Herr der Noxen

- Der frühere Chef der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Technischen Universität München, Professor Siegfried Borelli, feiert am 2. Juni seinen 80. Geburtstag. Borelli war der Dermatologe der ersten Stunde an der neugegründeten Fakultät für Medizin der TUM. 1967 hatte die TUM den Mediziner, der seit 1961 die Deutsche Klinik für Dermatologie und Allergie, die Alexanderhausklinik im Hochtal von Davos führte, auf den gerade gegründeten Lehrstuhl für Dermatologie und Venerologie nach München berufen. Hier erwartete ihn der Aufbau einer neuen Dermatologischen Klinik und Poliklinik auf dem Areal des einstigen Städtischen Internistischen Krankenhauses "Am Biederstein".

Der gebürtige Berliner schaffte es, quasi aus dem Nichts eine überregional anerkannte Uniklinik zu machen, die sich sehr bald im wissenschaftlichen Wettstreit mit der größeren Dermatologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität auf dem Schwerpunkt Allergologie besonders profiliert hatte.<BR><BR>Der gebürtige Berliner hatte in Berlin, Prag und Hamburg studiert. Sein Studium musste er als Soldat im Zweiten Weltkrieg unterbrechen, erst 1948 konnte er es abschließen, 1950 folgte die Promotion in Medizin sowie Psychologie und Geschichte. Nach seiner Habilitation über die Entwicklung von Kontaktekzemen im Friseurberuf bildete sich Borelli zum Arzt für Arbeitsmedizin weiter. <BR><BR>International bekannt wurde er mit seinen Forschungen über Allergien und Hautkrankheiten durch Umweltschadstoffe (Noxen) und dem Einfluss des Klimas auf den Krankheitsverlauf.<BR><BR>Sein wissenschaftliches Werk, das mehr als 500 Publikationen umfasst, krönte er folgerichtig durch das siebenbändige Nachschlagewerk "Krankheiten der Haut und Schleimhaut durch Kontakte in Beruf und Umwelt", mit (laufend ergänztem) Dermatologischem Noxenkatalog.<BR><BR>Zu Ehren des vielfach ausgezeichneten Arztes und Forschers, der 1992 sein Amt an den Nachfolger, Prof. Johannes Ring übergab, veranstaltet die Klinik am Biederstein, wie sie in Kurzform meist genannt wird, am 2. Juni ein Akademisches Symposium über "Allergien und Noxen in Umwelt und Beruf". <BR>

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