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Herrmann: Hochschulen müssen vorausdenken

- "Auch wenn sie keine Hellseher sind, stehen die Universitäten in der Pflicht, für unser Land um Jahre, um Jahrzehnte vorauszudenken." Das erklärte der Präsident der TU München (TUM) Prof. Wolfgang A. Herrmann, beim traditionellen Dies academicus. Zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit werde die TUM den fachlich-inhaltlichen Erneuerungskurs fortsetzen, so Herrmann: "innovaTUM-2008 heißt die Vorwärtsstrategie". Ziel sei es, "die einzige Technische Universität Bayerns weiter strategisch zu fokussieren".

<P>Das Umwidmungskontingent für dieses geplante Programm (das gerade von Gutachtern evaluiert wird) habe einen Gegenwert von 21 Millionen Euro, sagte der TUM-Chef: "Das entspricht 420 Personalstellen oder 10 Prozent des TUM-Stellenkontingents - zu realisieren in vier Jahren." Dies sei das Angebot der TUM an den Freistaat: "Deshalb akzeptieren wir weitere staatliche Kürzungen definitiv nicht mehr", so Herrmann in Richtung Staatsregierung, und er fügte hinzu: "Wir fordern Verlässlichkeit, weil auch wir verlässlich sind. Wir fordern Verlässlichkeit, damit unsere Leute arbeiten und Kohle für die Forschung beschaffen können, mit der wir Arbeitsplätze und Zukunftstechnologien schaffen."<BR><BR>Hermann äußerte sich auch kritisch zur aktuellen Strukturdebatte: "Diese ist notwendig, auch wenn manche damit überfordert sind." München könne in seiner "geradezu einmaligen Fächerdifferenzierung, mit seinen Forschungseinrichtungen wie Max Planck, Fraunhofer, GSF sowie den Kliniken Weltrang nur erreichen und sichern, wenn die beiden Universitäten mutig halten, was sie versprochen haben: eine gemeinsame Strukturpolitik." <BR><BR>Nipperdey fordert mehr Vertrauen</P><P>Es gehe nicht um Fusion oder Spaltung. Es gehe auch nicht um Kürzung, sondern "um optimalen Mitteleinsatz, und der hat viel mit Strukturpolitik zu tun".<BR><BR>Mehr Vertrauen in Bayerns Hochschulen, "zumindest diejenigen, die sich das zutrauen", und damit mehr Freiheit zu eigenen Entscheidungen, hat die Vorsitzende des Hochschulrats und Verwaltungsrats der TUM, Vigdis Nipperdey, bei der Jahresfeier gefordert. Ein regierender Politiker zumindest hat Nipperdeys Appell vernommen: Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu. Der erhielt nämlich an diesem Tag den selten verliehenen Ehrenring der TUM für "seine strategisch wertvollen, taktisch hartnäckig umgesetzten Initiativen zur Standortentwicklung der TU München und für "seine Verdienste als zuverlässiger Brückenbauer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft".<BR>Zur Ehrensenatorin der TUM wurde die bayerische Unternehmerin Susanne Klatten ernannt: "in Würdigung ihrer herausragenden Verdienste um die Förderung des unternehmerischen Denk- und Handlungsansatzes in der jüngeren Entwicklung der Hochschule". Besonders gefördert hat Susanne Klatten die Gründung der Unternehmer TUM GmbH.</P>

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