Herzklappen-OP ohne Herz-Lungen-Maschine

Frankfurt: - Frankfurt/Main - Ein risikoärmeres Operationsverfahren zum Einsetzen künstlicher Herzklappen ist am Mittwoch in Frankfurt vorgestellt worden. Bei Patienten, bei denen sich die Herzklappe nicht mehr richtig öffnet, fließt zu wenig Blut durchs Herz, die Organe werden nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

An einer solchen "Aortenstenose" leiden nach Angaben des Universitätsklinikums drei bis fünf Prozent aller Menschen über 75 Jahren.

Das Einsetzen einer künstlichen Herzklappe war bislang nur mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine möglich, berichteten die beteiligten Ärzte. Das berge für die betagten Patienten hohe Risiken. Mit dem neuen Verfahren könne die Operation "am schlagenden Herzen" erfolgen. Dafür sei lediglich ein kleiner Schnitt entweder über dem Herzen oder in der Leiste nötig, durch den dann ein Katheter eingeführt werde, der den stählernen Herzklappen-Stent in der Aorta platziere. Dort werde er mit einem Ballon aufgepumpt.

Nach zweijähriger Entwicklungsphase sei die klinische Eignung an 100 Patienten in Frankfurt, Leipzig, Wien, Dallas (USA) und Vancouver (Kanada) ausreichend erprobt worden, berichteten die Frankfurter Ärzte. Die erste klinische Phase (Phase I) sei "vielversprechend" verlaufen. Nun folgt eine Multicenter-Langzeitstudie an zehn europäischen plus weiteren Standorten in den USA.

Erst in der vergangenen Woche hatten Berliner Ärzte von einem Verfahren berichtet, mit dem eine lebensbedrohlich geschädigte Herzklappe bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen korrigiert werden kann. Das bundesweit nun zugelassene Verfahren sei am Deutschen Herzzentrum Berlin am Freitag bei einem 16 Jahre alten Mädchen erstmals routinemäßig angewandt worden, sagte der Direktor der Klinik für angeborene Herzfehler, Prof. Felix Berger. Bei der Methode wird die neue Pulmonalklappe des Herzens mit einem Katheter durch die Leistenvene ins Herz geschoben und befestigt. Bisher wurde die Klappe stets am offenen Herzen ersetzt.

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