Herz-Kreislauferkrankungen Todesursache Nummer eins

- Wiesbaden- Herz-Kreislauferkrankungen sind in Deutschland nach wie vor Todesursache Nummer eins. Fast jeder zweite der 853 946 Menschen, die 2003 gestorben sind, erlag den Folgen einer solchen Krankheit. Dieser Anteil entspreche etwa dem Vorjahresniveau, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

Zweithäufigste Todesursache in Deutschland ist weiterhin Krebs. Diese Erkrankung löst rund ein Viertel aller Todesfälle aus. Am häufigsten führten Herzkranzgefäßerkrankungen zum Tod; und zwar der Herzinfarkt und die Arteriosklerose mit ihren Folgen etwa Brustenge (Angina pectoris), erläuterte der Kardiologe Prof. Hans- Jürgen Becker vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt. An zweiter Stelle hätten Schlaganfälle gestanden.

Rund 90 Prozent der an Kreislauferkrankungen Gestorbenen waren der Statistik zufolge mindestens 65 Jahre alt. Das durchschnittliche Sterbealter für Menschen mit diesen Erkrankungen lag bei Frauen mit 84 Jahren um 8,3 Jahre höher als bei Männern.

2,75 Millionen Patienten wurden laut Statistik wegen Krankheiten ihres Kreislaufsystems vollstationär behandelt. Dabei waren die Männer mit 52 Prozent leicht in der Mehrheit. Das Durchschnittsalter lag bei Männern bei 65 Jahren und betrug bei Frauen 70 Jahre.

Viele Herzinfarkt-Patienten gingen zu spät ins Krankenhaus, warnte Becker. "In Umfragen sagen 90 Prozent aller Altersgruppen, sie rufen sofort den Arzt, wenn sie Brustschmerzen haben. Es tun aber nur 27 Prozent." Viele glaubten, die Schmerzen gingen wieder weg, oder sie wollten in der Nacht niemanden stören.

Becker mahnte, jeder, bei dem Brustschmerzen neu aufträten und länger als fünf Minuten anhielten, solle sofort in die Klinik gehen oder den Notruf verständigen. "Dann könnten noch einige Menschen gerettet werden." Zur Vorbeugung empfiehlt der Herzspezialist: "Vernünftige Ernährung, viel Bewegung, weniger Rauchen, Blutdruck einstellen und Fettwerte überwachen."

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