Hightech gegen Brustkrebs

- Der Kampf gegen Brustkrebs (Mammakarzinom) ist noch lange nicht gewonnen, wie die Todeszahlen zeigen: Etwa 18 000 Frauen sterben pro Jahr, stellte erst kürzlich die Deutsche Krebshilfe in Bonn fest. Mehr als 45 000 Frauen, 7000 allein in Bayern, erfahren pro Jahr, dass sie an Brustkrebs erkrankt sind. Dass die statistischen Zahlen auch in der Überlebenszeit seit drei Jahrzehnten trotz immer neuer Therapiemöglichkeiten hartnäckig in etwa gleich bleiben, macht vielen Ärzten Sorgen.

<P>Doch die Statistik krankt unter anderem daran, dass es kein zentrales deutsche Krebsregister gibt, sondern nur Daten einzelner Tumorzentren. <BR>Sicher ist, der Krebs ist noch nicht besiegt. Doch die Überlebenschancen hängen entscheidend davon ab, dass der Tumor in der Brust so früh wie möglich, am besten noch im Vorstadium entdeckt und behandelt wird. <BR><BR>Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt im Frühstadium rund 90 Prozent. Sämtliche Bemühungen in der Brustkrebsdiagnostik zielen daher auf möglichst frühe Entdeckung. </P><P>Ein Tumor, der von der Frau bereits ertastet wird, ist oft schon zu groß, um ihr noch die besten Chancen vorauszusagen. Der neue Trend, in ambulanten so genannten Mammazentren (oder auch Mamma-Diagnostikzentren) eine qualitätsgesicherte Frühdiagnostik anzubieten, kann daher hilfreich sein. Denn für die Frühdiagnostik ist die Mammographie von entscheidender Bedeutung. Allerdings sind dazu Erfahrung und ein gutes Gerät nötig, das hat das bayerische Mammographiemodell eindrucksvoll gezeigt, bei dem unter Leitung der Kassenärztlichen Vereinigung die mammographierenden Ärzte einem Qualitätstest unterzogen wurden. <BR><BR>Inzwischen haben 170 von 540 mammographierenden Ärzten in Bayern die Röntgendiagnostik der Brust aufgegeben, weil sie die Qualitätsstandards nicht erfüllen konnten. <BR><BR>Doch Mammographie ist nicht alles in der Früherkennung, wie in München bei der Eröffnung eines neuen Mammazentrums deutlich wurde, in dem niedergelassene Radiologen mit Medizinern aus der Frauenklinik am Klinikum rechts der Isar kooperieren. <BR><BR>In dem Zentrum werden zur Diagnostik auch Ultraschall und Kernspintomographie angeboten. Und bei unklaren oder verdächtigen Stellen (etwa einer Verkalkung) in der Brust auch gleich noch sonographisch oder kernspintomographisch gesteuerte, besonders schonende Gewebeentnahmen nach der neuesten Technik (Vakuumbiopsie). Fast zeitgleich ist auch in Passau ein Hightech-Mamma-Diagnostik-Zentrum eröffnet worden. Die neue Zentrenbildung hat auch finanzielle Gründe: Sie sind rentabler.<BR><BR>Allerdings: Bei allen neuen ambulanten Angeboten ist noch unklar, wie weit die gesetzlichen Kassen das zahlen: Die Mammographie jedenfalls wird zur reinen Krebsvorsorge kostenlos bisher nur Frauen ab 50 Jahren alle zwei Jahre angeboten. Und an die Vakuumbiopsie müssen sich die meisten Kassen (außer der AOK) erst noch gewöhnen.</P><P>Mindestens ein Drittel aller Frauen, die wegen Brustkrebs operiert werden, entwickeln im Krankheitsverlauf Metastasen. Auch hier hat aber die Forschung diagnostische Fortschritte gemacht: Auf dem Europäischen Onkologenkongress in Wien wurde jetzt ein Genchip vorgestellt, mit dem anhand einer Tumorgewebeprobe Patientinnen, die noch keinen Lymphknotenbefall haben, mit hoher Sicherheit eine gute oder schlechte Prognose vorausgesagt werden kann. Der Chip enthält 76 bestimmte, für den jeweiligen Tumor typische Gene. <BR><BR>Lexikon aktuell<BR><BR>15-20 Prozent der Brustkrebserkrankungen werden in frühen Stadien erfasst. Das früheste wird auch Carcinoma in situ genannt. Es gibt zwei Arten von Brustkrebs in situ: Das Carcinoma in situ des Milchganges und das lobuläre Carcinoma. Dieses ist noch kein Krebs, aber Frauen mit diesem Befund entwickeln mit 25-prozentiger Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten 25 Jahre Brustkrebs. </P><P><BR> </P>

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