Himmelsscheibe durchleuchtet

- Im Computertomographen haben Radiologen erstmals die innere Welt der inzwischen berühmt gewordenen etwa 3600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra (Sachsen-Anhalt) sichtbar gemacht. Die Metallplatte aus der Bronzezeit zeigt, wie bereits berichtet, Goldapplikationen, die vermutliche astronomische Phänomene als religiöse Symbole darstellen.

Sie gilt bei vielen Fachleuten inzwischen als älteste konkrete Himmelsdarstellung der Welt. "Die Herstellung der Scheibe war eine absolute Meisterleistung. Die bronzezeitlichen Handwerker verfügten über ungeheuer komplexes Wissen", sagte der Inhaber des Lehrstuhls für Giessereitechnik der Universität Magdeburg, Rüdiger Bähr, nach der Materialuntersuchung. Die Himmelsscheibe ist zwei Kilogramm schwer und im Durchmesser 32 Zentimeter gross. Die Goldauflagen zeigen ein Schiff, Sonne, Mond, Sterne und als Ansammlung von sieben Goldpunkten den Sternenhaufen der Plejaden. Ausserdem sind am Rand der Scheibe zwei Bögen, so genannte Horizontbögen, zu sehen.Kaum zu glauben: In 150 Meter Wassertiefe schlägt das Herz eines durchtrainierten Apnoetauchers nur noch sieben Mal pro Minute. Beim Apnoetauchen taucht man ohne Sauerstoffgerät, nur mit der Luft in den Lungen. In großen Tiefen funktioniert das nur, wenn man durch Konzentrationsübungen und Meditation den Puls verlangsamt und damit seinen Stoffwechsel.Umberto Pelizzari, einer der erfolgreichsten Apnoetaucher des letzten Jahrzehnts, beschreibt in seinem Buch "Schwerelos in Blauer Tiefe" seine Erfahrungen, Gefühle und Eindrücke tief unten im Meer, während ein tonnenschwerer Druck auf jedem Zentimeter des Körpers lastet.Gut verständlich schildert er die physiologischen Vorgänge im Menschen bei Extrem-Tauchgängen genauso wie die psychologischen Aspekte. Über Jahrzehnte hat Pelizzari einen Tauchrekord nach dem anderen gejagt bis er zuletzt in 150 Meter Tiefe vorstieß. Acht Liter Luft konnte er damals einatmen, ein nicht trainierter Mensch hat höchstens vier Liter in seinen Lungen.Neben den medizinischen Fakten erzählt Pelizzari auch von Begegnungen mit Delphinen, Buckelwalen und Haien. Auf seinen Reisen traf er auch die japanischen Ama-Taucherinnen, die seit mehr als 2000 Jahren ohne technisches Gerät Muscheln vom Meeresgrund sammeln, und er nahm bei Shaolin-Mönchen Unterricht in Meditation und Atemtechnik.Die Kombination aus Abenteuer und spannendem Wissen über eine exotische Sportart machen das Taschenbuch zu einer hervorragenden Urlaubslektüre, bei der man nebenbei viel lernen kann. Schwerelos in Blauer Tiefe. Von Umberto Pelizzari, Verlag Frederking und Thaler, München; 176 Seiten, 9 Fotos; 11,40 Euro; ISBN: 3-89405-247-3.

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