Trinkspiel "Neknomination"

"Bier exen" auf Facebook: die Hintergründe

München - Es ist der Facebook-Trend schlechthin in den letzten Tage: das "Bier-Exen-Spiel". Nun werden immer mehr Hintergründe über den gewöhnungsbedürftigen Trend bekannt. Auch zwei tragische Todesfälle in Irland gehen mittlerweile auf das Konto des Trinkspiels.

Nahezu jeder Facebook-Nutzer in München und Umgebung dürfte in den letzten Tagen in seinem Newsfeed Videos entdeckt haben, in denen ein Freund ein Bier auf Ex trinkt und anschließend drei weitere Freunde dazu auffordert es ihm innerhalb von 24 Stunden gleich zu tun. Bereits letzte Woche berichteten wir über das Trinkspiel, das sich auf Facebook rasend schnell verbreitet hat, ohne jedoch genau zu wissen, woher das Ganze stammt.

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Unter dem Namen "Neknomination" fand das Spiel wohl Anfang 2013 in England seinen Anfang, geriet aber wieder in Vergessenheit. Vor einiger Zeit griffen dann einige Australier die Idee wieder auf und es entwickelte sich in "Down Under" auf Facebook und Twitter ein regelrechter Hype um das Video-Trinkspiel. Die jungen Australier entwickelten eine erstaunliche Kreativität, um ihre Videos möglichst ausgefallen zu gestalten und somit besonders hervorzuheben. Bei manchen Videos muss man sich jedoch fragen, ob die Protagonisten nicht übers Ziel hinausgeschossen sind. Der Name "Neknomination" stammt aus dem Englischen und ist die Kurzform von "Neck your drink. Nominate another", was so viel wie "Exe dein Bier und nominiere jemand anderen" bedeutet.  

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Von Australien schwappte die mittlerweile riesige Welle dann wieder zurück nach England und von dort dann auch nach Deutschland. Wie bei fast allen Internet-Trends ist es jedoch schwierig, einen genauen Ursprung und Verbreitungsverlauf nachzuvollziehen.

Zwei Todesfälle in Irland

In Deutschland beschränken sich die Videos hauptsächlich auf das Trinken des Bieres in einem Zug, manch einer versucht sein Video zudem speziell und lustig zu gestalten. Waghalsige oder gefährliche Aktionen während des Exens sieht man in Deutschland äußerst selten. Dass es aber auch anders geht, zeigen zwei sehr tragische Todesfälle in Irland, die auf "Neknomination" zurückzuführen sind. Laut BBC Irland ertrank ein 19-jähriger in einem Fluss, in den er gesprungen war, nachdem er sein Bier in einem Zug geleert hatte. Er wollte sein Video durch den Sprung besonders cool machen - mit fatalen Folgen. Ein anderer trank statt des Bieres ein Glas Whiskey und wurde danach tot in seinem Zimmer aufgefunden.

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In England beschäftigt sich bereits die Politik mit dem Trend und versucht Facebook dazu zu bewegen, "Neknomination"-Seiten zu löschen. Das soziale Netzwerk sieht in "Neknominating" jedoch kein Verhalten, das die Regeln des Netzwerkes verletzt. Dem Portal independent.ie sagt eine Facebook-Sprecherin: "Bei Facebook versuchen wir eine Plattform zu sein, wo Leute Dinge frei teilen können und gleichzeitig aber die Rechte anderer beachten müssen. Wir dulden keine Inhalte, die direkt schädlich sind, zum Beispiel Mobbing, aber umstrittenes oder anstößiges Verhalten wie "Neknomination" ist nicht unbedingt gegen unsere Regeln."

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Englands Familienministerin Frances Fitzgerald berichtet nach einem Gespräch mit Facebook: "Wir sind in Kontakt mit Facebook getreten und wenn dieses Online-Verhalten missbräuchlich wird oder als Mobbing angesehen werden kann, wird Facebook den Beitrag oder die Seite löschen."

Wer auf Facebook nach "Neknomination" sucht, findet erstaunlich viele Seiten im englischsprachigen Raum, die auf den Trend zurückzuführen sind. Auch Seiten wie "Ban Neknomination" oder "Say No to Neknomination" finden sich darunter und zeigen, dass die Facebook-Community dem Trend gespalten gegenübersteht. In Deutschland lautet die größte Seite "Socialbeergame" mit rund 23.000 "Gefällt-Mir"-Angaben.

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Seinen Zenit dürfte "Neknomination" in München bereits überschritten haben, seit dem Wochenende geht die Zahl der Videos kontinuierlich zurück. Allerdings ist aus dem Trinkspiel mittlerweile eine sinnvolle Gegenbewegung entstanden: Jetzt spornen sich User gegenseitig an, eine gute Tat zu begehen. 

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ep

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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