Hochgefühl mit Todesgefahr

- Wodka zum Anturnen, dann Ecstasy zum Gut-drauf-sein und Kiffen zum Runterkommen. 13 Prozent der 14- bis 24-Jährigen in Bayern konsumieren Drogen. Jeder vierte bayerische Jugendliche hat mindestens einmal Drogen probiert. Die Bilanz ist erschreckend: 2005 gab es 197 Drogentote in Bayern. Was genau nehmen die jungen Leute da und wie gefährlich sind die Pillen, Pulver oder Gase?

Cannabis spielt die Hauptrolle bei den Partydrogen. Es handelt sich um den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) aus der Hanfpflanze. Die Blüten der weiblichen Hanfpflanze werden als Marihuana bezeichnet und geraucht. Haschisch wird aus dem getrockneten Harz gewonnen und gegessen.

Die Pflanze wurde schon um 5000 v. Chr. in China gegen Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Heute konsumieren Partygänger Cannabis als so genannten "Downer", wollen sich damit entspannen und beruhigen. Die körperlichen Schäden sind bei wiederholter Einnahme immens. Fast alle Kiffer leiden unter chronischer Bronchitis, dem so genannten Potthusten.

Ecstasy ist nach wie vor "in"

"Nach wie vor ,in’ ist auf Partys Ecstasy", sagt Georg Walzel vom Referat Sucht und Drogen im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit. Ecstasy ist eine synthetische Droge und meist ein Gemisch aus mehreren Wirkstoffen. Hauptbestandteil ist jedoch ein Amphetamin. Bereits 1913 patentierte die Firma Merck Ecstasy als Appetitzügler. Wegen "merkwürdiger Nebenwirkungen" gab es Ecstasy dann nicht zu kaufen. Erst mit der Technoszene zog Ecstasy in den 80er-Jahren in die Diskotheken ein.

Die Partygänger werfen die Pillen ein, um die Nacht durchzutanzen und besser drauf zu sein. Denn im Gehirn bewirkt MDMA eine erhöhte Ausschüttung von Serotonin, dem Glückshormon.

Wer Ecstasy regelmäßig schluckt, riskiert depressive Stimmungen, Leberentzündung, Überhitzung und Austrocknung bis hin zu Nierenversagen.

Eine der bekanntesten Drogen ist wohl das Kokain. Es wird aus den Blättern des Kokastrauches gewonnen. In den Anden sind die Kokablätter als leistungssteigernd sowie Hunger und Durst stillend bekannt. In der Partyszene wird Kokain häufig durch ein Papierstückchen in der Nase hochgezogen. Die Droge wirkt ähnlich wie Amphetamine: aufputschend und entängstigend.

Hochgefühle wollen auch die Konsumenten von Lachgas erleben. "Eigentlich wird Lachgas als leichtes Narkosemittel eingesetzt", sagt Felix Tretter, Leiter der Suchtabteilung im Bezirkskrankenhaus München-Haar. Wer unvorsichtig ist und das Gas länger als wenige Sekunden einatmet, riskiert Sauerstoffmangel, Bewusstlosigkeit und sogar den Tod.

Poppers haben ähnliche Wirkung wie Viagra

Harmlos sind auch Poppers nicht. "Ich hatte einmal eine Phase, in der ich mir Sex ohne Poppers gar nicht vorstellen konnte", schreibt ein 34-jähriger Berliner im Internet. Poppers haben eine ähnliche Wirkung wie Viagra. Die Dämpfe werden inhaliert. Sie fördern die Durchblutung. "Vor allem in der homosexuellen Szene werden Poppers geschnüffelt", sagt Tretter. Konsum mit Viagra kann lebensgefährlich werden, weil das Potenzmittel selbst schon gefäßerweiternd wirkt.

Der neueste Hit in der bayerischen Drogenszene ist Crystal, ein Amphetamin. "In der Grenzregion zu Tschechien wird Crystal stark nachgefragt", sagt Georg Walzel. Crystal lässt den Blutdruck steigen und erweitert die Pupillen.

Gerade der Konsum der leistungssteigernden Drogen habe in den vergangenen Jahren stark zugenommen, so der Mediziner und Psychologe Tretter. "Die Menschen wollen auch in der Freizeit immer mehr Leistung bringen."

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