Hochschulforscher auf der Spur der kleinsten Lebensvorgänge

- Bei "FORNANO" werden neue Methoden entwickelt, um winzige Stoffmengen aus wenigen Molekülen zu analysieren

<P>Zukunftsorientierte Forschung, die sich im Ergebnis auch wirtschaftlich verwerten lässt, das ist das Ziel der Bayerischen Forschungsverbünde, von denen es derzeit 18 gibt. Zusammengeschlossen haben sie sich in der abayfor, der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Forschungsverbünde, gefördert werden sie von der Bayerischen Forschungsstiftung. Wir stellen die Verbünde vor, weil in ihnen gezielt die Hochschulforschung unterstützt wird. Heute: "FORNANO".</P><P>Wie von Geisterhand bewegt sich der kleine Bluttropfen über den daumennagelgroßen Chip. Auf seinem Weg über den Chip wird die Zusammensetzung des Blutes durch elektronische Verfahren analysiert und vom Computer aufgezeichnet. Am Ende seiner Wanderung wissen die Forscher, ob im Blut Schadstoffe oder Krankheitserreger enthalten sind.<BR><BR>Mit solchen so genannten "Lab on the Chip"-Systemen sind die Wissenschaftler des Forschungsverbundes FORNANO in der Lage, auch auch noch kleinste Stoffmengen von weniger als einem Billiardstel Liter (einem Femtoliter) auf ihre Zusammensetzung zu prüfen und in so genannten Stoffbibliotheken zu katalogisieren.<BR><BR>"In unserem Forschungsverbund entwickeln wir technische Verfahren, um kleinste Stoffmengen analysieren zu können, die anschließend ihre Anwendung vor allem in der Medizintechnik und der Pharmakologie finden", erklärt Professor Christoph Bräuchle, Chef des Lehrstuhls für Physikalische Chemie I der Ludwig-Maximilians Universität und Sprecher des FORNANO (Forschungsverbund für Miniaturisierte Analyseverfahren durch Nanotechnologie).<BR><BR>Der Verbund, der 2002 auf Anregung des Münchner "Centers für NanoScience" ins Leben gerufen wurde, gliedert sich in neun Teilprojekte; Forschungspartner sind an der Technischen Universität München das Walter-Schottky-Institut für Halbleiterforschung, dazu Physiker und Chemiker an den Universitäten Augsburg und Würzburg sowie einige Biotechnikfirmen. <BR>Finanziell unterstützt wird der Forschungsverbund von Partnern aus der Wirtschaft.<BR><BR>Neben der Analyse von Stoffen beschäftigen sich die Nanowissenschaftler auch mit den Vorgängen auf molekularer Ebene im menschlichen Organismen. Sie versuchen zum Beispiel zu klären, welche Kräfte die DNA-Stränge des Menschen zusammenhalten, oder wie ein Virus den Weg in die gesunde Zelle findet.<BR><BR>Um den Weg eines Virus nachverfolgen zu können, regen die Forscher ihn mit einem Laserstrahl an und bringen ihn dadurch zum Leuchten. Anschließend können sie mitverfolgen, wie es dem Krankheitserreger gelingt, die schützenden Zellwände zu überbrücken. <BR><BR>"So haben wir schon viel über den Infektionsweg des AIDS-Virus gelernt", erklärt Bräuchle. "Erst wenn wir die Vorgänge auf dieser Nanoebene verstanden haben, können wir eingreifen in die Infektionsmechanismen."<BR><BR>FORNANO läuft Ende dieses Jahres aus. Doch Bräuchle ist optimistisch, "dass alle Projekte über 2004 hinaus weiterbetrieben werden können."<BR></P>

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