Höchste Ehrung für Mäzenin des Lyrik-Kabinetts

- Eigentlich, sagt Ursula Haeusgen, liege ihr der Trubel um ihre Person überhaupt nicht. "Ich habe immer Angst vor so was", sagte die Stifterin und Gründerin des Lyrik-Kabinetts am Rande des Stiftungsfestes an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Gefreut hat sich Haeusgen dennoch: Schließlich hat ihr die LMU beim 533.

Stiftungsfest die Ehrensenatorwürde verliehen - die höchste von der Hochschule vergebene Auszeichnung.<BR><BR>Als großzügige Mäzenin wurde Haeusgen in der Großen Aula der LMU von Rektor Bernd Huber gewürdigt. 30 000 Bände umfasst inzwischen die von ihr gegründete Lyrik-Bibliothek. Mit einer Stiftung stellte sie 2003 das 1994 ins Leben gerufene Lyrik-Kabinett auf solide finanzielle Füße. Im März konnte die Lyrik-Bibliothek in den von der Stiftung finanzierten Neubau im Hof des Uni-Gebäudes an der Amalienstraße 83 umziehen.<BR><BR>Als Ursula Haeusgen das Lyrik-Kabinett gründete, war noch nicht abzusehen, dass daraus einmal eine enge Verbindung zur Münchner Universität erwachsen würde. "Ich hatte gar keinen persönlichen Draht zur Uni", bekennt die Stifterin. Als Buchhändlerin hatte sie mit dem Sammeln begonnen. Nach der Schließung des Geschäfts an der Münchner Maximilianstraße konnte Haeusgen mit ihrer Sammlung zunächst im, wie sie betont, "Souterrain" des schmucklosen Uni-Zweckbaus an der Schellingstraße 3 unterkommen. "Auch dort war ich gerne", beteuert Haeusgen, "wir hatten Tageslicht und die Autoren sind zu Lesungen auch gerne dorthin gekommen."<BR><BR>Gleichwohl sei sie über die neuen Räumlichkeiten, die die Stiftung Lyrik-Kabinett zunächst für 66 Jahre von der LMU gepachtet hat, sehr glücklich. "Das Gebäude wird von den Besuchern gut angenommen", berichtete Haeusgen.<BR>Beim Stiftungsfest wurden unter anderem auch die Habilitations-Förderpreise der Universitätsgesellschaft verliehen. Der Volkswirtschaftler Frank Westermann erhielt die Auszeichnung für seine Arbeit "From Credit Boom to Credit Crunch", Johannes Hübner für seine Habilitation "Komplexe Substanzen" an der Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft. 

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