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Hoffen auf ein gespendetes Leben

- Wenn die Niere versagt, gibt es nur zwei Möglichkeiten zu überleben: Dialyse oder Transplantation. Die Mediziner sind sich heute einig: Dialyse ist gut, Transplantation ist besser. Die Medizin hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt. Die meisten Patienten genießen mit der neuen Niere ein langes, beschwerdefreies Leben.

Doch die Bereitschaft, ein Organ zu spenden, ist in Deutschland gering. Bis eine geeignete Niere für einen Erkrankten gefunden ist, vergehen oft Jahre.

Insgesamt warten in Deutschland mehr als 11 000 Nierenpatienten auf eine Spende. Für die Betroffenen bedeutet das eine lange Zeit zwischen Hoffen und Bangen: Überstehe ich die Operation? Nimmt mein Körper das neue Organ an? Wie verläuft mein Leben nach dem Eingriff?

Professor Manfred Stangl, Leiter des Transplantationszentrums im Klinikum rechts der Isar, beruhigt: "Heute überleben mehr als 80 Prozent der Patienten mit neuer Niere die ersten drei Jahre, 75 Prozent auch die ersten fünf Jahre nach dem Eingriff." Die Mediziner um Stangl haben gerade ihre 1000. Nierentransplantation durchgeführt. Rund 200 Organe kamen von einem lebenden Spender.

In Deutschland herrscht eklatanter Organmangel

"Grundsätzlich sind die Erfolgsaussichten, wenn der Spender lebt, besser", erklärt Stangl. Doch solche Organe sind noch schwerer zu bekommen als Organe von Verstorbenen.

In der Bundesrepublik herrscht eklatanter Organmangel. Bei Organspenden sind die Deutschen europaweit Schlusslicht. So muss ein Patient im Schnitt fünf Jahre auf eine Niere warten. Auch Organe von älteren Menschen werden heute transplantiert. "Bis vor wenigen Jahren haben wir nur Nieren von unter 60-Jährigen angenommen", sagt Stefan Thorban, Oberarzt des Transplantationszentrums am Klinikum rechts der Isar. Heute verpflanzen die Mediziner selbst Nieren von 90-Jährigen.

Die erste erfolgreiche Nierentransplantation liegt mehr als ein halbes Jahrhundert zurück: Im Jahr 1954 gelang Joseph Murray in Boston die erste erfolgreiche Verpflanzung bei eineiigen Zwillingsbrüdern. Spender und Empfänger wiesen identisches Gewebe auf. Der Empfänger hatte nach der Transplantation keine gesundheitlichen Probleme. Dieser Fall zeigte einmal mehr, dass eine erfolgreiche Transplantation bei unterschiedlichen Gewebemerkmalen nur durch eine Unterdrückung der Abstoßungsreaktionen möglich ist.

Die Zeit nach 1954 war äußerst ernüchternd. Erst in den 80er-Jahren wurden Medikamente entwickelt, die die Immunabwehr unterdrücken konnten - die Überlebensraten bei Organverpflanzungen stiegen sprunghaft.

Das Hauptproblem für die Medizin ist heute der Mangel an Spenderorganen. Zwar befürworten etwa 80 Prozent der Bevölkerung die Organverpflanzung, doch nur acht Prozent haben einen Spenderausweis. "Die endgültige Entscheidung treffen dann seine Verwandten, die über den Körper verfügen können", erklärt Professor Peter Sefrin, Landesarzt beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK). Hier liegt nach Meinung von Professor Stangl ein großes Problem. Denn in vielen Fällen stimmen die Angehörigen nicht zu.

Jedes Spenderorgan ist ein kostbares Gut. Die Vergabe ist sorgfältig organisiert. Für Deutschland, Österreich und die Beneluxländer übernimmt die Verteilung der Organe die "Eurotransplant". Bevor man in die Kartei aufgenommen wird, müssen Gewebe- und Blutproben analysiert werden. Eurotransplant vergleicht die Daten des Spenders mit denen des potenziellen Empfängers. Aus Sicht des Patienten heißt das: Es hängt vom Zufall ab, wann ein Organ zur Verfügung steht. Nicht selten dauert es Jahre.

Medikamente verhindern die Abstoßung

Wer heute mit einem Transplantat lebt, kann viele Jahre ein unbeschwertes Leben führen. Er muss jedoch regelmäßig Medikamente einnehmen, um die Abstoßungsreaktion zu verhindern.

Auch prominente Sportler engagieren sich dafür, das Thema Organspende mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. So auch die Ski-Olympiasiegerin Rosi Mittermaier und ihr Mann Christian Neureuther. Beide besitzen einen Organspenderausweis und wollen die Menschen ermutigen, es ihnen gleichzutun. "Jeder kann in die Situation kommen, dass er zum Überleben ein neues Organ braucht", betont Mittermaier. "Da sollte man auch in Betracht ziehen, selber zu spenden."

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