Hoffnung Warzen-Creme

- Mit Warzen-Salben kann nach Angaben von deutschen Hautärzten auch der so genannte weiße Hautkrebs erfolgreich bekämpft werden. Bei der Behandlung mit Cremes, die den Wirkstoff Imiquimod enthalten, verschwanden bösartige Hautveränderungen innerhalb von wenigen Wochen bis einigen Monaten, erklärten Mediziner der Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) in Berlin. Die Erfolgsquote lag - je nach Studie - bei 75 bis 85 Prozent.

<P>Den Namen "weißer Hautkrebs" haben wegen ihrer weißlichen bis bräunlichen Färbung die weniger aggressiven Hauttumore, vor allem Basaliome (Krebsherde, die von den Bazalzellen der Haut oder den Talgdrüsen-Haarfollikeln ausgehen), Spinaliome (auch Stachelzellenkrebs genannt) und auch Keratosen (Verhornungsstörungen der Haut, die als Krebsvorstufe gelten). </P><P><BR>Im Unterschied zum weißen Hautkrebs ist der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom), sehr bösartig und streut leicht Metastasen. <BR>Am weißen Hautkrebs erkranken in Deutschland jedes Jahr mindestens 500 000 Menschen neu. Beim schwarzen Hautkrebs sind es mindestens 12 000.</P><P><BR>Diese Schätzung auf Basis des DDG-Registers sei sogar "eher zurückhaltend", sagte Professor Dummer (Universität Zürich). "Sonnenbrände in jungen Jahren sind eine entscheidende Ursache, wenn auch nicht die einzige." Wegen der steigenden Lebenserwartung werde in wenigen Jahrzehnten voraussichtlich praktisch jeder mit Hautkrebs rechnen müssen. </P><P><BR>Schon jetzt habe jeder zweite über 60 in Deutschland eine "Lichtschwiele". <BR> Nach dem Auftragen der Cremes reagiert die Immunabwehr zunächst mit einer Entzündung an den Stellen mit Hautkrebszellen. Innerhalb mehrerer Monate verschwinde das Tumorgewebe narbenfrei, sagte Dummer. Die Creme ergänze die chirurgische Entfernung, die Vereisungs- und die Strahlentherapie.<BR>"Die Kassen zahlen Imiquimod bislang nur bei Genitalwarzen, nicht bei Hautkrebs", sagte Prof. Eggert Stockfleth (Charité Berlin). Mit einer Übernahme der Kosten bei weißem Hautkrebs sei jedoch 2004 zu rechnen. "Die Salbe spornt das Immunsystem lokal zu Höchstleistungen an. Wir sehen mit Imiquimod ein Riesenpotenzial, vergleichbar mit der Einführung von Kortison."</P>

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