Peinliche Partyfotos schrecken Personalleiter ab: Internetnutzer sollten sich nicht zu freizügig mit ihren Daten sein. Wer stattdessen gezielt digitale Fußstapfen hinterlässt, kann von seinem Online-Auftritt profitieren. Foto: dpa

Wer sein Online-Profil schärft, verschafft sich bei potentiellen Arbeitgebern viele Vorteile

Sauber Image im Internet: So punktet man beim Arbeitgeber

Das Internet vergisst nie. Auch keine peinlichen Partyfotos und Foreneinträge der Sorte „Mein Chef ist doof“, die bei Bewerbungen die Jobchancen drastisch verringern. Daher grassiert die Angst, zu viel von sich preiszugeben. Wer online jedoch bewusst Fußstapfen hinterlässt, kann bei zukünftigen Arbeitgebern positiv auffallen.

Laut einer Microsoft-Studie verschaffen sich bereits 59 Prozent der Personalleiter in Deutschland online Informationen über potentielle Arbeitnehmer. Kommunikationsberater wie Klaus Eck raten daher, sich ein Internet-Profil aufzubauen. „Als erstes sollte man sich selbst googeln und herausfinden, was über einem im Netz steht“, sagt Eck. Auf neudeutsch Monitoring betreiben.

Wenn unter den ersten Google-Treffern noch viele alte Einträge stehen, lassen sich diese leicht verdrängen. „Relevant ist nur, was bei der Personensuche oben steht“, erklärt Eck. Und das sollten seriöse, aktuelle Inhalte sein. Auch Personalchefs haben besseres zu tun, als alle 2000 Treffer durchzuklicken.

Der Kommunkationsberater schwört darauf, eine Kurzfassung des Lebenslaufs in sozialen Netzwerken wie Xing oder Facebook zu veröffentlichen. Da sie für Suchmaschinen optimiert sind, stehen sie bei Google schnell oben.

Es reiche schon, neben einem hochwertigen Portraitfoto seine Sprach- und Fachkenntnisse und Stationen der schulischen und beruflichen Laufbahn aufzuzählen, um einen ersten guten Eindruck zu hinterlassen, sagt Klaus Eck. Ist das geschafft, sei es sinnvoll, in regelmäßigen Abständen zu twittern, zu bloggen und zu kommentieren, um immer wieder aktuelle Inhalte zu produzieren.

Nutzer sollten dabei stets darüber nachdenken, was und wie viel sie über sich preisgeben wollen, vor allem Privates. Was den Datenschutz angeht, hat das Internet schließlich einige Schattenseiten (siehe Artikel unten).

Allerdings zeigt derjenige bei potentiellen Arbeitgebern etwa in der Autobranche Interesse, der sich an Diskussionen über neue Fahrzeugmodelle beteiligt. Im besten Fall punktet er mit Wissen, das ihn als Kenner des Fachs ausweist.

Das Online-Profil für Privatpersonen zu optimieren ist mittlerweile auch ein Geschäftmodell. 2007 ist das Unternehmen MyOn-ID.de gestartet, das professionelles Eigenmarketing mit einem kostenlosen Basis-Zugang und kostenpflichtigen Zusatzangeboten anbietet. „Um ein Online-Profil komme niemand mehr vorbei, der beruflich erfolgreich sein will“, sagt MyOn-ID Geschäftsführer und Gründer Mario Grobholz.

Klaus Eck geht sogar einen Schritt weiter. Lässt sich online über eine Person nichts finden, sage sie damit auch etwas über sich aus, nämlich fehlende Medienkompetenz.

In den USA vermuten Personalleiter in diesem Fall sogar entweder, dass die Person etwas zu verbergen oder keinen Zugang zum Internet hat – zum Beispiel, weil sie im Gefängnis sitzen musste.

Von Stefan Moriße

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