Immer mehr Flüsse im Betonkorsett

- Die Hälfte aller großen Flüsse weltweit sind durch Staudämme zerteilt und reguliert. Christer Nilsson von der schwedischen Universität Umea hat mit seinem Team 292 große Flusssysteme rund um den Planeten untersucht und die Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd. 308) veröffentlicht.

"Insgesamt haben wir mehr als 45 000 Staudämme, die höher sind als 15 Meter in unserer Studie erfasst", so Nilsson. "Etwa 300 davon zählen zu den Riesenstaudämmen, die höher als 150 Meter sind oder mehr als 25 Kubikkilometer Wasser speichern."<BR><BR>Die größte Stauanlage, die noch im Bau ist, ist der "Drei-Schluchten-Damm" am Jangtsekiang in China. Kein anderes Großprojekt ist so umstritten wie dieses. Die Befürworter sehen die Vorteile im Hochwasserschutz, der Energieerzeugung durch Wasserkraft und der Verbesserung der Schifffahrt. Die Gegner befürchten Nachteile durch ökologische und geologische Veränderungen und negative soziokulturelle Folgen.<BR><BR>Unterdessen prangert die Welthungerhilfe den ungebremsten Bau von Staudämmen an. Durchschnittlich werden zwei Dämme pro Tag gebaut, so die Organisation. Bei der Umsiedlung der betroffenen Menschen trifft es meist einfache Bauernfamilien. Fast nie erhalten sie eine angemessene Entschädigung. Wenn sie überhaupt neues Land angeboten bekämen, dann meist schlechtere Böden und viel weniger Fläche. Vor allem in Asien und Afrika seien auf diese Weise Millionen Menschen verarmt.<BR>

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