Immer mehr Frühchen

- Verletzlich, fast gläsern sehen Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen (Frühgeborene), oft aus. Seit 1995 nimmt die Anzahl der Frühgeborenen nach Expertenschätzung in Deutschland zu. Mittlerweile werden acht Prozent aller Kinder zu früh geboren. "Wichtige Ursachen für die Zunahme sind, dass Frauen immer später schwanger werden und sich vermehrt einer künstlichen Befruchtung unterziehen", erklärt Professor Klaus Friese, Direktor der LMU-Frauenklinik in der Münchner Innenstadt.

<P>"Zwar überleben dank moderner Medizin mehr Frühchen als früher. Aber es wird in der Schwangerenvorsorge zu wenig getan, um die Frühgeborenenrate zu senken", bemängelte Professor Udo Hoyme, Direktor der Frauenheilkunde am Erfurter Helios Klinikum, auf einem Vortrag in München. Eine Entzündung der Scheide ist für etwa ein Fünftel aller Frühgeburten verantwortlich. Durch den so genannten "Handschuhtest" kann eine Entzündung rechtzeitig erkannt und anschließend behandelt werden. In einer Studie erhielten alle Schwangeren in Thüringen auf Wunsch Testhandschuhe. Hoyme: "Die Frühgeborenenrate hat sich anschließend nahezu halbiert." Seit Oktober 2003 stellen vier Krankenkassen in Bayern den Test kostenlos zur Verfügung. <BR><BR>"Der Handschuhtest ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung", so Friese. Allerdings bestimmt er nur eine Frühgeburtenursache. Andere Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol oder psychische Belastungen, erfasst er nicht. Seit zwei Jahren führt Friese ein eigenes Projekt durch. Dabei erhalten Schwangere individuelle Empfehlungen, wie sie das Risiko einer zu frühen Geburt reduzieren. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe erlitten die etwa 5000 Teilnehmerinnen um 17 Prozent weniger Frühgeburten. <BR><BR> Die Hälfte der Kinder, die um die 24. Schwangerschaftswoche geboren werden, sterben, schätzt Karl Schneider, Leiter der Abteilung für Perinatalmedizin am Klinikum rechts der Isar der TU München. Von den Überlebenden ist nur ein Drittel gesund, die übrigen tragen leichte bis schwere Behinderungen davon. Schneider: "Kinder vor der 22. Schwangerschaftswoche sind derzeit nicht lebensfähig." Bei Schwangeren um die 22. Woche näht er daher den Muttermund zu, versetzt sie in ein künstliches Koma und in eine senkrechte Position mit dem Kopf nach unten. So rettete er bisher 40 Babys. </P>

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