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Besorgniserregend: Fremdenhass im Internet nimmt zu.

Jugendschützer warnen

Immer mehr Hassbotschaften im Netz

Mainz - In Online-Netzwerken taucht mehr Fremdenhass als früher auf - auch, um Jüngere als Anhänger zu gewinnen, warnen Jugendschützer. Sie sind deshalb in Kontakt mit den großen Plattformbetreibern.

Immer häufiger werden Jugendliche Experten zufolge in sozialen Netzwerken zu Gewalt gegen Flüchtlinge, Muslime, Juden oder Homosexuelle angestachelt. Die Zahl rechtsextremer Webangebote sei von rund 5500 im Jahr 2013 auf fast 6200 im vergangenen Jahr gestiegen, warnte das Zentrum jugendschutz.net in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht „Rechtsextremismus online“. Drei Viertel der Zahl von 2014 seien Inhalte in sozialen Netzwerken, die für Rechtsextreme eine ideale Plattform zur Suche nach Anhängern seien. „Jugendliche bleiben dabei die wichtigste Zielgruppe.“

Besonders Facebook, YouTube und Twitter, aber auch Instagram und Tumblr werden demnach zur Verbreitung extremistischer Propaganda genutzt. Websites spielten hierfür nicht mehr die Rolle wie früher. In 58 Prozent der Fälle gelang es der Jugendschutzstelle nach eigenen Angaben, Jugendliche schnell vor gefährdenden Inhalten zu schützen. Das beste Mittel sei der direkte Kontakt zu den großen Plattformbetreibern, erklärte jugendschutz.net.

„Wir dürfen nicht dulden, dass Kinder und Jugendliche Hetze gegen Flüchtlinge, Juden, Muslime, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit als Selbstverständlichkeit im Netz erleben“, warnte Bundesjugendministerin Manuela Schwesig (SPD) laut Mitteilung. Sie setze sich für Betreiber ein, die Hassbotschaften konsequent ahndeten, Vorbilder, die offen Stellung gegen Rassismus bezögen und eine Community, die Hetzer in die Schranken weise. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sicherte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am vergangenen Wochenende in New York zu, sein Unternehmen wolle rassistische Kommentare im Netz schärfer kontrollieren. Zuletzt war in Deutschland immer wieder kritisiert worden, Facebook lösche fremdenfeindliche Hassrede nicht konsequent genug.

Die Jugendminister hatten jugendschutz.net 1997 gegründet, um Angebote im Internet zu überprüfen. Die Stelle leitet Verdachtsfälle mit Verantwortlichen in Deutschland an die Kommission für Jugendmedienschutz weiter, die dann Verfahren einleitet.

dpa

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