Immer stärkere Dürren im Mittelmeerraum

- Madrid/Frankfurt - Der Mittelmeerraum wird nach einer Studie der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) künftig mit immer häufigeren und stärkeren Dürreperioden zu kämpfen haben. Für die vor allem in den Sommermonaten auftretende dramatische Trockenheit in weiten Teilen Süd- und Mitteleuropas sei hauptsächlich der immense und größtenteils ineffiziente Wasserverbrauch in der Landwirtschaft verantwortlich, teilte die Organisation am Donnerstag in Madrid mit.

Rund 65 Prozent des gesamten Verbrauchs landeten auf Feldern und in Gewächshäusern, um vor allem mit Hilfe von EU-Subventionen wasserintensive Feldfrüchte wie Zuckerrüben und Mais zu produzieren.

Angesichts der Dürrekatastrophe 2005 und der auch in diesem Jahr zu erwartenden neuen Jahrhundertdürren in Spanien und Portugal forderte der WWF ein sofortiges Umdenken bei der Vergabe von EUHilfen für die Landwirtschaft. Aber auch die Mittelmeerstaaten selbst seien gefordert, den Einsatz und den Konsum der knappen Trinkwasserressourcen viel stärker als bisher zu steuern. Der Verbrauch müsse drastisch eingeschränkt werden.

"Die Dürren der letzten Jahre zeigen, dass wir es im Mittelmeerraum mittlerweile mit einer chronischen Wasserknappheit zu tun haben", sagte der Leiter des WWF-Fachbereichs Süßwasser, Martin Geiger, in Frankfurt. Die Trockenheit dürfe nicht verharmlost werden und lediglich natürlichen Phänomenen wie dem Klimawandel zugeschrieben werden. "Natürlich ist es in Spanien, Italien und Portugal im Sommer heiß und trocken. Aber was wir dort in den vergangenen fünf bis zehn Jahren an Dürren und Waldbränden erlebt haben, ist einfach nicht mehr normal."

In diesem Sommer stehen laut WWF Mittelmeerländer wie Spanien, Portugal, Frankreich sowie Italien und sogar England erneut vor extremen Dürrephasen und damit auch vor verheerenden Waldbränden, die jedes Jahr riesige Flächen dem Erdboden gleichmachten. "Wenn wir nicht aufpassen, haben wir bald eine neue Sahara-Wüste am Mittelmeer", sagte Geiger. Nach WWF-Angaben hat sich der Wasserverbrauch im Mittelmeerraum in den vergangenen 50 Jahren verdoppelt. Vor allem in der Türkei, Syrien, Frankreich und Ägypten sei der Bedarf stark gestiegen.

Auch der Anteil landwirtschaftlicher Flächen, die bewässert werden, habe sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Statt weiterhin auf Oliven und Zitronen zu setzen, die allein mit Regen bewässert werden, seien in den vergangenen Jahrzehnten viele Bauern den Leitlinien der nach Ansicht des WWF fehlgeleiteten EU-Subventionspolitik gefolgt und hätten Mais und Zuckerrüben angebaut. Dem dadurch gestiegenen Wasserbedarf seien die Regierungen mit dem Bau weiterer Entsalzungsanlagen, Staudämmen und Brunnen begegnet. Mit diesen klassischen Instrumenten der Wasserpolitik könne aber nicht kompensiert werden, dass das Wasser durch den Klimawandel, die Landwirtschaft und auch den Tourismus immer knapper werde.

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