Informatik an Bayerns Gymnasien bald Pflicht

- "Ab 2004 wird es in den bayerischen Gymnasien ein Pflichtfach Informatik geben", erklärt Prof. Peter Hubwieser, Leiter des seit diesem Sommersemester bestehenden Fachgebietes "Didaktik der Informatik" an der Fakultät für Informatik der TU München (TUM). "Die Schüler werden dann ab der sechsten Klasse in die Grundlagen der Informatik und der Bedienung von Computern eingeführt".

<P>Die Hauptinitiative zur Einführung von Informatik als Pflichtfach sei von der TUM gekommen, so Hubwieser, der ursprünglich als Gymnasiallehrer für Mathematik, Physik und Informatik als Wahlfach arbeitete und sich im Jahr 2000 an der TUM habilitierte.</P><P>"Die Realisierung des Faches wurde bis jetzt in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium so durchgeführt, wie wir uns das vorgestellt haben". </P><P> Initiative kam von der TUM</P><P>"Unser Ziel ist es, das Lernen mit und über die Informatik zu fördern", meint Hubwieser. Wichtig sei, die neuen Unterrichtsinhalte sorgfältig auszusuchen und so zu vermitteln, dass die Schüler das Erlernte auch nach sieben weiteren Schuljahren, wenn sie in ein Studium oder einen Beruf gehen, noch verwenden können, betont Prof. Hubwieser.</P><P> Ziel des Informatikunterrichts sei, dass die Schüler Computersysteme besser verstehen und effizienter bedienen können sowie Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit neuen Medien entwickeln. "Ab der neunten Klasse spielt dann die Strukturierung von Daten und Abläufen eine wichtige Rolle. Die Schüler sollen lernen, Informationen in geeigneter Form darzustellen, zu verarbeiten und zu strukturieren", so Prof. Hubwieser.</P><P> Durch das neue Unterrichtskonzept tritt in Bayern ein Bedarf von mindestens 400 Lehrkräften auf. Der Informatikunterricht müsse deshalb unterstützt werden, indem motivierte Lehrkräfte weitergebildet und die Schulen beim Betrieb ihrer Rechnernetze unterstützt werden, meint der Professor. "Die Fortbildung läuft im ersten Jahr virtuell über das Internet ab", erklärt Hubwieser. "Einmal im Monat gibt es aber auch ein persönliches Treffen mit den Lehrern."<BR> "Wir wollen aber natürlich auch neue Studenten gewinnen. Deshalb planen wir eine große Informationskampagne", sagt der Informatiker. In den ersten vier Semestern ähnele das Studium dem Diplomstudiengang Informatik, erklärt er. Im Hauptstudium kämen aber noch Vorlesungen über Datenbanksysteme, Betriebssysteme, Rechnernetze und Rechnerarchitektur sowie Praktika hinzu. Besonderer Wert würde während des gesamten Studiums auf Fachdidaktik, Pädagogik, Psychologie und vor allem Praxisorientierung gelegt.</P><P> "Einer unserer Forschungsschwerpunkte sind momentan Unterrichtsmodelle und das Schreiben eine Unterrichtsbuches", erklärt der Professor. "Das machen wir in Kooperation mit verschiedenen Gymnasien. In 40 Klassen läuft das Projekt Informatik im Hauptfach schon probeweise."<BR></P>

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