Intelligente Autos wecken schlafende Fahrer und warnen vor Gefahren

- Zukunftsorientierte Forschung, die sich im Ergebnis auch wirtschaftlich verwerten lässt, das ist das Ziel der Bayerischen Forschungsverbünde, von denen es derzeit 18 gibt. Zusammengeschlossen haben sie sich in der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Forschungsverbünde, abayfor. Gefördert werden sie teils von der Bayerischen Forschungsstiftung, teils vom Wissenschaftsministerium. Wir stellen die Verbünde vor, da durch sie die Hochschulforschung unterstützt wird.

<P>Der Mensch ist der Technik noch immer überlegen. Dieser Meinung ist Professor Georg Färber, Leiter des Lehrstuhls für Realzeit-Computersysteme der Technischen Universität München und Sprecher des Forschungsverbundes "Bioanaloge Sensomotorische Assistenz" (FORBIAS). "Eine Kamera kann bei Schnee und Nebel nichts mehr erkennen. Der Mensch kann solche Störungen kompensieren." Die Kopplung der Augen mit dem Gleichgewichtssinn ist ein weiterer Vorteil des menschlichen Auges.<BR><BR>Bei FORBIAS arbeiten Mediziner und Ingenieure beider Münchner Universitäten daran, von der Natur zu lernen und die technischen Systeme zu verbessern. Neben anderen Industriepartnern ist vor allem die Automobilbranche an der Finanzierung und Forschung beteiligt. Denn ein großes Ziel der Forscher ist die Optimierung von Autokameras. "Im Moment gibt es eine Menge passive Sicherheit im Auto, wie etwa Airbags, die die Schwere des Unfalls mildern", erklärt Färber. </P><P>"Sie haben die Zahl der Unfalltoten seit ihrer Einführung drastisch verringert. Wir forschen nun an Systemen, die einen Unfall aktiv verhindern sollen." Kameras können bereits heute prüfen, ob das Fahrzeug sich noch in der Fahrspur befindet. "Schläft der Fahrer ein und der LKW droht die Spur zu verlassen, warnt das System ihn durch sanftes Gegenlenken." Weitere Funktionen der Kamera, wie die Warnung vor Hindernissen auf der Fahrbahn, sind geplant. "Es ist aber wichtig, dass der Fahrer immer der Chef bleibt und entscheidet", betont Färber. So soll verhindert werden, dass ein Unfall durch einen Computerfehler entsteht. <BR><BR>Ein weiteres Projekt ist eine Kopfkamera, die exakt das aufzeichnen soll, was die Augen des Kameraträgers sehen. Sie könnte einmal für Reporter interessant werden, die ihre Eindrücke mit Hilfe der Kamera festhalten wollen. Ein anderer Anwendungsbereich wäre nach Färbers Vorstellungen die Medizin. "Für Ärzte ist es aus Haftungsgründen praktisch, eine Operation aufzeichnen zu können. Besonders geeignet ist das System aber auch für die Ausbildung. So könnte eine Vorlesung oder eine Operation gefilmt und dann von den Studenten nachvollzogen werden." <BR><BR>Ein Prototyp für die Aufzeichnung der Augenbewegungen existiert bereits: integriert in eine Taucherbrille. Das Auge wird mit Infrarotlicht beleuchtet und über einen halb durchlässigen Spiegel auf eine Videokamera abgebildet. Aus den Bildern werden die Augenbewegungen berechnet, diese Daten dienen zur Steuerung der eigentlichen Aufnahmekamera, die genau den Augenbewegungen folgt. Diese zweite Kamera wird später auf dem Kopf getragen. <BR><BR></P>

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