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Eltern und Kinder sollten die Welt des Internets gemeinsam erkunden. Das macht Spaß und bringt Sicherheit.

Internet für Kinder – aber sicher

Video-Clips animieren zu gefährlichen Spielen, rassistische Kommentare in Chatrooms schüren Vorurteile und bösartige Gerüchte in Communitys werden für betroffene Jugendliche zum Albtraum. Das Internet birgt Gefahren für Kinder, doch nur wenige Eltern kümmern sich darum.

Das World Wide Web mit seinen vielfältigen Möglichkeiten ist für die kindliche Entdeckerlust ein wunderbarer Spielplatz. Kinder können sich dort treffen, kommunizieren, miteinander spielen und lernen. Das Netz hat aber nicht nur Vorteile, sondern beinhaltet auch Risiken, die nicht zu unterschätzen sind.

Cybermobbing

Das größte Problem ist momentan das Cybermobbing. Die Täter sticheln, beleidigen, verleumden und beleidigen. Die Opfer sind oft machtlos, denn die Anonymität des Netzes schützt die Täter. Kinder sind der psychischen Belastung nicht gewachsen und brauchen unbedingt Hilfe. In Deutschland gibt es nach Schätzungen 1,9 Millionen Opfer von Cybermobbing.

Chats

Chats bieten Mobbern eine gute Plattform. Jedes dritte Kind im Alter von 6 bis 13 Jahren nutzt regelmäßig Chatrooms, um sich mit virtuellen Freunden auszutauschen. Ein Drittel der Kinder mit Chat-Erfahrung berichtet, hierbei schon einmal auf unangenehme Leute getroffen zu seien, bei 17 Prozent ist dies mehrmals vorgekommen, so das Ergebnis der KIM-Studie 2010.

Vorsicht: Pädophile Erwachsene pirschen sich in Chatrooms unter falscher Identität nahezu unbemerkt an Minderjährige heran. Sobald sie ihr Vertrauen gewonnen haben, belästigen sie vor allem Mädchen in Form von verbalen Übergriffen. Im schlimmsten Fall werden die Kinder sogar zu einem Treffen überredet.

Ungeeignete Inhalte

Über Suchmaschinen finden Kinder leicht Inhalte, die nicht für ihre Augen bestimmt sind. Bereits 60 Prozent der 11- bis 14-jährigen Jugendlichen sollen nach einer Hamburger Trendstudie auf Webseiten mit pornografischen Inhalten gestoßen sein. Oft gelangen die Kinder durch einen zufälligen Mausklick, zum Beispiel über Bannerwerbung auf die Erotik-Seiten. Die Anbieter sind nach dem Jugendschutzgesetz verpflichtet, einen „Adult-Check“ durchzuführen. Über einen persönlichen Kontakt müssen sie die Volljährigkeit ihrer Nutzer überprüfen. Leider umgehen vor allem Angebote aus dem Ausland diese Auflage häufig.

Im Internet kursieren unzählige Seiten, die Gewalt darstellen. Diese zeigen Opfer von Unfällen und Katastrophen, Selbstmorde oder Folterungen. Entsprechende Internetadressen machen auf Schulhöfen die Runde, denn es gilt als Mutprobe, die Seiten anzusehen.

Oft versuchen auch rechtsradikale Gruppierungen oder Parteien, Kinder und Jugendliche auf ihre Seite zu locken, warnt jugendschutz.net. Neonazis sind gefährlich kreativ, wenn es darum geht, ihr Gedankengut zu verbreiten. Zentrale rechtsextreme Botschaften werden beispielsweise in lustige Videoclips verpackt.

Das Taschengeld-Risiko

Die meisten Angebote im Internet sind kostenlos. Doch hinter Gewinnspielen oder Gratis-Klingeltönen für das Handy verbergen sich oft Kostenfallen. Besondere Vorsicht ist bei Hausaufgaben-Hilfsangeboten im Netz geboten. Wer einen Text herunterladen will, muss oft ein Dialer-Programm auf seinem Rechner installieren. Die happige Folge: Für einen einwöchigen Zugang muss man bis zu 30 Euro zahlen.

Ein beliebter Trick im Netz ist das Einloggen über die Handynummer. Wer sie angibt, bekommt per SMS einen Zugangscode für die Webseite geschickt. Die Gebühren für die Nutzung der Seite tauchen später auf der Handyrechnung auf.

Sicheres Surfen im Netz

Nahezu alle Kinder ab zehn Jahren nutzen täglich das Internet, doch nur wenige Eltern sorgen sich darum, welche Erfahrungen sie im Netz machen. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Studie. Dabei können auch Eltern mit wenig Online-Kenntnis einfach und schnell für mehr Sicherheit im Netz sorgen.

  • Richten Sie eine geeignete Startseite ein. Zu empfehlen ist das Internet – ABC.
  • Legen Sie mit Ihren Kindern fest, welche Seiten sie besuchen dürfen. Eine Auflistung empfehlenswerter Kinderseiten finden sie hier.
  • Lassen Sie Ihre Kleinen nicht alleine mit Suchmaschinen für Erwachsene arbeiten. Suchmaschinen für Kinder wie zum Beispiel www.blinde-kuh.de sind besser.
  • Verlassen Sie sich nicht auf Filterprogramme, sondern behalten Sie immer im Auge, welche Seiten Ihre Kinder sich anschauen.
  • Erklären Sie Ihren Kindern, dass sie im Internet niemals persönliche Daten wie Name, Adresse oder Telefonnummern preisgeben dürfen. Damit die E-Mail-Adresse nicht gleich den Namen verrät, ist es sinnvoll für Kinder eine eigene E-Mail-Adresse mit Fantasienamen einzurichten.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind mit Ihnen spricht, bevor es an Gewinnspielen teilnimmt, sich in Communities anmeldet oder eine Bestellung über das Internet aufgibt.
  • Warnen Sie Ihre Kinder davor attraktive Werbebanner anzuklicken.
  • Reden Sie gemeinsam über Seiten, deren Inhalt ihnen komisch vorkommt und sie irritiert.
  • Melden Sie unbedingt verdächtige Seiten. Zuständig ist die Kommission für Jugendmedienschutz.

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