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Katzen werden seit Jahrtausenden weltweit geliebt und verehrt - auch im Internet.

Darum liebt das Internet sie

Weltkatzentag: Stubentiger als Online-Götter

Berlin - Die alten Ägypter verehrten die Göttin der Liebe, die als Katze dargestellt wurde. Mehr als 4000 Jahre später haben die Stubentiger am 8. August ihren eigenen Gedenktag. Im Netz sind sie die Stars.

Im alten Ägypten wurde eine Gottheit in Gestalt einer Katze verehrt, und auch einige Tausend Jahre später scheint sich an der Bewunderung wenig geändert zu haben. Die Huldigung der vierbeinigen Gefährten setzt sich in der digitalen Welt fort. Katzen zählen zu den Stars des Internets. In der Offline-Welt gibt es zu ihren Ehren am Freitag den Weltkatzentag.

Ihren Siegeszug haben Katzen den Mitmach-Plattformen des Webs zu verdanken. Fotos der Stubentiger sind seit Jahren wesentlicher Bestandteil der Internet-Kultur. Sie zeigen die Haustiere oft in witzigen Situationen: Katzen lassen sich von Schildkröten durch die Gegend tragen, ...

... schlecken Wasser aus dem laufenden Hahn...

... oder versagen kläglich beim Sprung von Autodach auf Garagentor.

Auch als Comicfiguren sind sie beliebt, wie etwa die Klickzahlen der Clips von Simon's Cat, dem würdigen Nachfolger des berühmten fetten Katers Garfield, zeigen.

Kurz: Je mehr Katzen, desto besser.

Mit den Lolcats fing alles an

Katzenbilder liefern zudem vortreffliche Vorlagen für Memes. Die sind eine Art Insiderwitz mit Mitmacheffekt: Abstruse oder lustige Bilder werden mit einen Text in Großbuchstaben versehen und im Netz geteilt. Die Vorlagen werden immer wieder abgewandelt und weiterverbreitet. Die Webseite Know Your Meme zählt mehr als 500 Einträge für Katzen-Memes. Eines der bekanntesten sind die „Lolcats“, die mit ihrem grammatikalisch falschen Text weit über die Meme-Kerngruppe der Forenbenutzer hinaus verwendet werden.

„Lolcats waren die ersten Memes, die wirklich in die Mainstream-Kultur hinübergeschwappt sind“, sagte Kate Miltner auf der Netzkonferenz Republica vergangenes Jahr in Berlin. Miltner ist Expertin für Katzenfotos: Sie schrieb darüber an der renommierten London School of Economics ihre Masterarbeit.

Folglich hat sie eine These, warum gerade Katzen so beliebt sind. „Wir lachen praktisch über uns selbst mittels der Lolcats.“ Wer traurig, aufgebracht oder verkatert ist, kann das mithilfe des passenden Katzenbildes darstellen. „Menschen nutzen Lolcats, um ihre Gefühle auszudrücken“. Vorlagen liefern die Vierbeiner genug. „Wenn Katzen sich einfach wie Katzen verhalten, aber dabei wirken wie Menschen, ist das wirklich reizvoll.“

"Grumpy Cat": Mürrischer Kater ist auch offline ein Star    

Einige Katzen haben ihren Online-Erfolg sogar in die Offline-Welt getragen. Das berühmteste Beispiel ist Grumpy Cat, eine dauerhaft mürrisch dreinschauende Katze aus den USA.

Ihr Siegeszug geht auf ein Foto zurück, das der Bruder der Besitzerin auf der Diskussionsseite Reddit veröffentlichte. Der Spitzname ist Programm: Grumpy heißt auf Englisch grummelig. „Einmal hatte ich Spaß. Es war schrecklich“, wird Grumpy Cat in einer Abwandlung des Bildes in den Mund gelegt. Mittlerweile trat die Katze bei den MTV Music Awards auf, es gibt ein Buch über sie.

Auch der Kater der Berlinerin Katja Dittrich kam zu literarischen Ehren. In ihrem Buch „Cat Content - SMS von meinem Kater“ tauscht Dittrich unterhaltsam ausgedachte Nachrichten mit ihrem Haustier („Im Nachbarsgarten gab's Suppe“ - „Das ist eine Vogeltränke!!“).

Darum sind Katzen unschlagbar

Doch die Konkurrenz schläft nicht - oder sieht dabei noch niedlicher aus. Auf Webseiten wie Buzzfeed, die nah am Puls der Netzkultur sind, gibt es eine ganze Zoolandschaft zu bewundern. Giraffen, Faultiere und kleine Zicklein finden sich dort. Und natürlich Hunde.

Doch die eignen sich Miltner zufolge nicht so gut für Memes: „Es ist einfacher für uns, unsere Gefühle auf Katzen zu übertragen, denn ihnen wird mehr eigener Wille zugeschrieben“, sagte sie auf der Republica. Dabei gibt die Katzenkultur-Expertin zu: „Ich bin eigentlich mehr ein Hunde-Mensch.“ Sie sei allergisch gegen Katzenhaare.

dpa

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