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Großer Run auf das neue Apple-Gerät iPad

iPad im Test: Braucht man das?

Washington. Brauchen wir das? Brauchen wir nicht! Was für ein Irrtum. Unser Korrespondent hat Apples iPad unter die Lupe genommen: Ob iMac, iPod oder iPhone – das war uns immer herzlich egal. Zu Apples Jüngern gehörten wir nie. Das war auch eine Frage des Kleingelds.

Apples schick designte Spielzeuge waren für die Latte-Machiatto-Kreativen gedacht, nicht für PC-Fließbandarbeiter wie unsereins. Aber mit dem iPad, dem jüngsten Spross der Apple-Familie, bekehrt Apple-Apostel Steve Jobs auch uns. 

Steve Jobs präsentiert die neue Apple-Sensation "iPad"

Apple-Faszination "iPad"

Das Ding sieht nicht nur gut aus, es ist auch verflixt schnell und so simpel zu bedienen, dass es ohne dickes Handbuch auskommt und wir im Handumdrehen vergessen haben, wie kompliziert das PC-Leben vor dem iPad einst war. Die flache Tafel aus Glasfront und Aluminiumrücken mag in der Welt der Laptops, der Mini-Notebooks und Smartphones-Alleskönner tatsächlich überflüssig sein – aber schon nach dem ersten Kennenlernen will man es in Zukunft nicht mehr missen.

"Alles ist großartig"

Nicht jeder mag das iPad

Auf Youtube werden inzwischen Videos zum Hit, in denen Käufer ihr iPad zerstören - zum Beispiel im Mixer oder mit dem Baseballschläger.

„Was ist so großartig am iPad?“, fragte das US-Magazin „Newsweek“ auf seinem Titel. „Alles“, lautete die knappe Antwort. Apples Guru Steve Jobs weckt Bedürfnisse in uns, von denen wir nichts ahnten. Durchaus spürbar liegt das elegante Pad im Din-A5-Format mit seinem sanft abgerundeten Rücken in der Hand. Zum Surfen im Stehen ist es nicht gedacht, ist eher ein Gerät für entspanntes Surfen auf der Couch oder im Langstreckenflieger.

Das gute Pfund Gewicht macht sich mit der Zeit eben so bemerkbar wie das sanfte Vibrieren des schnellen Prozessors nicht zu ignorieren ist. Doch die faszinierend scharfe Bildauflösung des eleganten Displays, die filigrane Gestalt dieses dünnen Tablet-PC im Minimalismus-Look machen die Begegnung mit dem iPad auch zu einem ästhetischen Erlebnis.

Wann hat man das von Computern jemals behaupten können? Websites bauen sich blitzschnell auf, mit einem Fingerwischen lässt sich durch die Seiten blättern, vergrößern oder verkleinern – die Maus wird zum Fossil, zum Aussterben verurteilt wie die externe Tastatur. Der Pad lässt sich auf den Kopf stellen oder drehen – und immer wandert das gestochen scharfe Bild mit. Dass Amerikas Apple-Fans beim Verkaufsstart am Samstag schon lange vor Eröffnung die gläsernen Filialen zwischen San Francisco und New York belagerten, war angesichts des Medienwirbels um die Niederkunft des jüngsten Apple-Babys zu erwarten.

Video

Ansturm auf das iPad in den USA

Dass am Osterwochenende die Einsteigerversion für 499 Dollar wie die berühmte Semmel wegging, war hingegen dann doch überraschend. Wer wusste schon vorab, was er da kaufte? Kaum jemanden störte offenkundig, dass Apples iPad weniger kann als herkömmliche Schlepptops, dass sich Akkus nicht wechseln lassen, das Gerät keine Kamera hat und sich damit auch nicht telefonieren lässt. Aufspielen lässt sich nichts, was Apple nicht gefällt. Apple bestimmt, wo es lang geht. Die Freiheit des Nutzers ist der Firma schnurz. Selbst Multitasking ist nicht möglich.

In der Bibliothek zu stöbern und im Hintergrund Musik herunterzuladen, ist mit dem iPad seltsamerweise nicht drin. Und wer richtig arbeiten will, muss auch weiterhin sein Notebook mit sich herumschleppen. Lange Texte auf der virtuellen Tastatur zu tippen, ist eine Qual. Trotz all der Einschränkungen verführt das Maschinchen beim Switchen zwischen Web und Mails, Musik und Filmen auf geradezu magische Weise.

Verkaufsstart des iPads in den USA

Ostern für Apple-Fans: Das iPad ist da!

Dass sich Zeitungs- und Zeitschriftenverlage in aller Welt mit Blick auf Apples Wundermaschine eine Menge ausrechnen, liegt auf der Hand. Selten war Zeitungslesen fesselnder. Texte und Videos lassen sich auf dem iPad-Bildschirm lebendig und brillant darstellen.

Amerikas einzige landesweite Zeitung „USA Today“ macht schon vor, wie die Zeitung des Pad-Zeitalters aussehen kann. „New York Times“ und „Washington Post“, die Blätter mit dem höchsten Renommee hier in den Staaten, werden nachlegen. Und neben Apples iPad, seinen warmen Farben und gestochen scharfen Buchseiten, sieht Kindles E-Book schon wieder reichlich alt aus.

Noch ist der App-Store für den iPad, Apples Einkaufsmeile für mehr oder minder sinnvolle externe Programme, eher dürftig gefüllt. Doch auch das wird sich ändern. 150000 Apps gibt es für das gerade drei Jahre alte iPhone inzwischen. Die Programmierer werden sich anstrengen, um für den aufgebrezelten größeren Bruder nachzulegen. Wir, die gerade Neubekehrten, warten schon darauf.

Von Joachim Rogge

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