IT-Projekte machen Schule

- Der Slogan "Mit Laptop und Lederhose" sorgte dafür, dass Bayern nicht nur als Heimat des Oktoberfestes, sondern auch als deutsches High-Tech-Zentrum Schlagzeilen machte. Dieses Image verdankt der Freistaat nicht alleine der Präsenz von Branchengrößen der IuK-Industrie wie Siemens, Microsoft und Infineon, sondern auch der IT-Offensive, die seit einigen Jahren bayerische Klassenzimmer erobert.

<P>Gelungener Sprung ins digitale Zeitalter</P><P>Bereits Ende 1999 wurden im Rahmen der "High-Tech-Offensive" die Grundvoraussetzungen dafür geschaffen, dass in Zukunft der PC ebenso selbstverständlich zum Schulalltag gehören wird wie das Schulbuch. Der Freistaat stellte seither insgesamt mehr als 30 Millionen Euro zur Verbesserung des IuK-Einsatzes in den Schulen zur Verfügung, um Klassenzimmer und Fachräume mit Computern auszustatten, multimedial aufzurüsten und zu vernetzen.</P><P>Dass den bayerischen Schulen der Sprung in das digitale Zeitalter bereits gelungen ist, zeigt sich an den aktuellen Zahlen des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus: Gegenwärtig sind an den Schulen des Freistaats rund 160 000 Rechnerarbeitsplätze vorhanden, wovon 105 000 in ein lokales Netzwerk eingebunden sind. Der Umgang mit dem Computer wird an allen Schultypen gelehrt und geübt: An den Hauptschulen kann das Fach Informatik schon seit Jahren als Wahlfach belegt werden und mit einem qualifizierenden Abschluss beendet werden.</P><P>An den Realschulen gab es Informatikunterricht als Wahlpflichtfach ab der Jahrgangsstufe acht und vergangenes Jahr wurde das Fach Informationstechnologie ab der siebten Jahrgangsstufe eingeführt. Auch bayerischen Gymnasiasten wird künftig die Auseinandersetzung mit Bits und Bytes ins Pflichtenheft geschrieben, denn ab dem Schuljahr 2003/04 wird Informatik zum Pflichtfach. </P><P>Es wird in der 6. Jahrgangsstufe zweistündig unterrichtet werden und in den naturwissenschaftlich-technischen Schulzweigen wird der Computerunterricht zusätzlich zweistündig in den Klassen 9 bis 11 erteilt. Darauf aufbauend sollen dann auch Grund- und Leistungskurse eingerichtet werden. Aber ein neuer Lehrplan und die Ausstattung von Schulen mit PC's und Netzwerken sind noch lange kein Garant für eine erfolgreiche Integration der IuK-Technologie in den Unterrichtsalltag.</P><P>Wie der Unterricht der Zukunft aussehen könnte, daran wird am Gymnasium Ottobrunn seit einigen Jahren mit Erfolg gearbeitet. Die Schule verfügt über einen Computerraum mit PCs, Druckern, Scannern und Beamern, und in der Bibliothek stehen für die Schüler elektronische Arbeitsplätze bereit, an denen sie im Internet recherchieren oder sich in das schulinterne Intranet einloggen können. Darüber hinaus wurden zwei Medienzimmer eingerichtet, die vollständig mit Laptops ausgerüstet wurden und in diesem Schuljahr wurde eine 8. Klasse erstmals mit eigenen Laptops ausgestattet - allerdings mit finanzieller Beteiligung der Eltern.</P><P>Die gute Hardware-Infrastruktur des Gymnasiums bietet die Grundlage für das schulinterne Medien- und Methodencurriculum, das die Schüler für das Leben in der Informationsgesellschaft qualifizieren soll.</P><P>Umsetzung lebendig und abwechslungsreich</P><P>In diesem Curriculumkonzept liegt die Verantwortung für den Aufbau von Medien- und Methodenkompetenz nicht bei einem Schulfach "Informatik", sondern es sind in jeder Jahrgangsstufe und Klasse mehrere Fächer und Lehrkräfte daran beteiligt. Beginnend mit der 6. Klasse bis zur 11. Klasse gibt es jeweils ein übergeordnetes Lernziel pro Schuljahr. Im Bereich Medienkompetenz kann das etwa Informatik-Basiswissen oder Informationsdesign sein. Eine zweite Säule des Curriculums ist die Vermittlung von Methodenkompetenz durch Kommunikationstraining, Präsentationstechniken und Teamentwicklung. Durch die Beteiligung verschiedener Fachrichtungen wird der Erwerb und der Einsatz der einzelnen Arbeitstechniken lebendig, abwechslungsreich und realitätsnah gestaltet: In Geschichte z. B. werden Themen im Internet recherchiert, im Kunstunterricht Computergrafiken gestaltet. </P><P>Die Erfahrungen mit dem Einsatz von Computern und neuen Medien im Unterricht sind bei Schülern und Lehrern durchweg positiv: Der Unterricht sei lebendiger und interessanter geworden, es finde mehr Austausch statt, und die Schüler seien durch die Arbeit am PC wieder stärker für Lehrinhalte zu motivieren. Doch trotz guter Erfolge mit dem neuen Curriculum sind am Gymnasium Ottobrunn noch viele Verbesserungen nötig. Die vorhandene Hardware muss gewartet werden, was oft nicht nur den Kostenrahmen der Schule sprengt, sondern dem zuständigen Systemadministrator einen großen zeitlichen Mehraufwand abverlangt und ihn von anderen Aufgaben abhält. Auch alle anderen Lehrkräfte opfern viel freie Zeit, um die Projekte mit ihren Kollegen zu planen und Erfahrungen auszutauschen. </P><P>Zusätzlich legen der Lehrplan und das beschränkte Stundenbudget dem engagierten Projekt einige Fesseln an - an einer Ganztagesschule könnte das Curriculum noch besser funktionieren. Dass das Gymnasium Ottobrunn mit seinem Modellprojekt richtig liegt, zeigt eine Umfrage bei Eltern von künftigen Fünftklässlern: Von über 100 Befragten waren nahezu alle bereit, sich mit hoher Eigenbeteiligung an der Anschaffung von Laptops zu beteiligen . . .<BR></P>

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