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Schwarze Venus in Berlin: Josephine Baker kämpfte tanzend gegen Rassismus.

Vor 83 Jahren: Die schwarze Venus in Berlin

Ein halbes Jahr nach dem Start ihrer Weltkarriere gastierte Josephine Baker 1926 erstmals in Berlin. Am 14. Januar tanzte sie in ihrem Bananenröckchen am Nelson Theater.

Wie keine andere stand Josephine Baker für die Dekadenz und die Lebenslust der 20er-Jahre. Ihre ersten Auftritte in Paris, nur mit einem Bananenröckchen bekleidet, wurden zur Sensation.

In armen Verhältnissen aufgewachsen, begann die Afroamerikanerin mit 16 Jahren zu Tanzen. Sie wurde von einer Vaudeville-Gruppe engagiert und traf bald eine Mäzenin, die sie mit sich nach Paris nahm. Dort begann die beispiellose Karriere der "schwarzen Venus", des ersten schwarzen Superstars. Das Deutsche Historische Museum hat einen tabellarischen Lebenslauf zusammengestellt. Ihr Leben wird auf der offiziellen Homepage auf englisch nacherzählt. Eine Fernseh-Reportage widmet sich ebenfalls der schwarzen Tänzerin.

Ein halbes Jahr nach dem Startschuss ihrer Weltkarriere führte Bakers Weg am 14. Januar 1926 nach Berlin. Im Nelson Theater am Kurfürstendamm zeigte sie ihre Revue "Ausgerechnet Bananen". Mit wilden Grimassen und verrückten Bewegungen persiflierte sie rassistische Vorurteile. Und sie machte den Charleston berühmt.

Heute befindet sich in den Räumen des ehemaligen Theaters eine Tommy Hilfiger-Filiale. In einem etwas pathetischen Text schreibt ein Qype-User über den geschichtsträchtigen Ort.

Die ARD erinnert in einer Fotogalerie an die schwarze Venus, die in den 60er-Jahren zwölf Kinder adoptierte und eine "Regenbogen-Familie" gründete. Doch der Unterhalt für die Kinder und ihr Schloss in Frankreich wuchsen der Tänzerin über den Kopf. Am Tiefpunkt ihrer Karriere wurde das Anwesen 1968 versteigert.

Nach zahlreichen erfolglosen Comeback-Versuchen stellten Freunde eine Revue auf die Beine, deren Premiere ein Riesenerfolg wurde . Josephine Baker wollte eine Welttournee starten. Doch dazu kam es nicht mehr - am Tag nach der zweiten Aufführung erlitt sie einen Schlaganfall und starb kurz darauf am 12. April 1975.

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