Wie Kängurus das Klima schützen

- Mit Bakterien aus Känguru-Mägen wollen Wissenschaftler im australischen Bundesstaat Queensland den Ausstoß des Treibhausgases Methan bei Kühen und Schafen reduzieren.Im Schaf- und Rinderland Australien produzieren diese Weidetiere 15 Prozent der gesamten australischen Treibgasemission und in Neuseeland sind es sogar 50 Prozent. Das berichtet das September-Magazin GEO (Nr.9/2002).

<P>Einem Schaf entweichen am Tag etwa 25 Liter Methan, eine Kuh bläst in der gleichen Zeit rund 280 Liter Methan in die Luft. Methan (CH4) ist nach Erkenntnissen der Klimaforscher als Treibhaus-Gas wesentlich stärker an der Erderwärmung beteiligt als Kohlendioxid. <BR> Kängurus, die wie die Rinder und Schafe Gras fressen, emittieren keinerlei Methan bei der Verdauung. Der Grund: In den Mägen der hüpfenden Beuteltiere befinden sich schützende Bakterien, die den bei der Verdauung entstandenen Wasserstoff nicht in Methan, sondern in das unbedenkliche Cellulose-Produkt Acetat umwandeln.</P><P>Dieses Acetat wird von den Kängurus sogar als zusätzliche Energiequelle genutzt, wie der Klimaforscher Athol Klieve und sein Team vom Animal Research Institute des Department of Primary Industries in Queensland berichten. Sie wollen nun die Methanwinde der Kühe und Schafe entschärfen, indem sie den Grasfressern die Känguru-Bakterien einsetzen.<BR>Zunächst aber müssen die Wissenschaftler all jene Bakterien im Känguru-Magen ermitteln, die bei der klimafreundlichen Verdauung eine Rolle spielen. 40 Bakterien haben sie inzwischen isoliert, darunter 20 neue Arten.</P><P>Bei einem Erfolg dieser bakteriellen "Gas-Bremse" rechnen die Wissenschaftler mit einer Verringerung des Methangas-Ausstoß um Millionen Tonnen. Außerdem erwarten die Forscher um Athol Klieve infolge der höheren Energieausbeute bei der Verdauung eine Steigerung der Woll-, Milch- und Fleischerträge. <BR></P>

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