Kampf gegen fast vergessene Krankheiten

- München - Ein kleiner Schnitt in der Hand durch eine Glasscherbe in der Gartenerde. Was harmlos klingt, kann ohne Behandlung sogar tödlich enden. Denn beim Kontakt mit Tetanus-Bakterien droht Wundstarrkrampf. Gerade Erwachsene frischen ihren Impfschutz oft nicht ausreichend auf, warnen Mediziner. Nun erinnert das Deutsche Grüne Kreuz (DGK) mit einer Nationalen Impfwoche vom 5. bis 11. Mai an die wichtige Vorsorge.

<P>Nach einer Umfrage des Emnid-Instituts für den Bundesverband der Betriebskrankenkassen wurden nur 43 Prozent der Deutschen in den letzten zehn Jahren gegen Tetanus geimpft. Bei 57 Prozent fehlt zudem die Spritze gegen Diphtherie.<BR><BR>Manche halten die Infektionskrankheiten gar für ausgestorben. "Meinen Sie, dass diese Impfung wirklich notwendig ist? Diphtherie gibt es doch bei uns gar nicht mehr?" Solche Fragen höre sie oft, sagt die Münchner Apothekerin Karen-Mareen Bereiter. "Auch wenn wir die Krankheiten im täglichen Leben kaum sehen, ist die Gefahr keineswegs gebannt."<BR><BR>Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO geben ihr Recht. Jährlich sterben über eine Million Kinder an Masern, 600 000 an Keuchhusten und eine Million an Tetanus. Ende der neunziger Jahre gab es 90 000 Fälle von Kinderlähmung.<BR><BR>Auch das bayerische Gesundheitsministerium hat dazu aufgerufen, den eigenen Impfschutz zu überprüfen. Der Hausarzt oder der Arzt im Gesundheitsamt kann helfen. "Zum Impfen gibt es keine Alternative", so Gesundheitsminister Eberhard Sinner.<BR><BR>Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt für Säuglinge und Kleinkinder Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B sowie gegen Masern, Mumps und Röteln. Die Experten raten auch zum Schutz vor Haemophilus influenzae Typ b. Das Bakterium kann bei Babys zu Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung führen.<BR><BR>Doch auch der Impfschutz der Kinder weist Lücken auf. So erhalten laut DGK nur 25 Prozent die zweite Impfung gegen Masern, Mumps oder Röteln. Drei von vier Kindern sind also nicht ausreichend geschützt.<BR><BR>Der vom DGK in Berlin gestartete "Zug fürs Impfen" steht heute von 11 bis 15 Uhr am Münchner Hauptbahnhof. Dort diskutieren Expertenrunden über die richtige Impfung für Kinder und Jugendliche. Weitere Informationen gibt es bis 16. Mai unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/011 21 18.<BR><BR><BR></P>

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