Kampf den Trojanern

- Die Vorwarnzeit ist gleich null. Ein paar Minuten ungeschützt im Internet surfen, das reicht, um PCs zu sabotieren. Es gibt rund Hunderttausend Passwortspäher, 0190-Dialer, Trojaner und Würmer, die darauf programmiert sind, in wehrlose Systeme einzubrechen. Dann fangen destruktive Kleinstprogramme mit Namen wie netsky.P, W32My-Doom oder Sasser hemmungslos das Löschen an, das Manipulieren, Infiltrieren oder Spionieren - gleichzeitig reproduzieren sie sich mit astronomischer Geschwindigkeit.

<P>Es herrscht Alarmstufe Rot, wenn Viren auf dem heimischen PC eigenmächtig eine Hintertür ins Internet öffnen. Hacker haben dann leichtes Spiel und können willkürliches Abstürzen auslösen und sensible Dateien rauben. Massenweise geistern E-Mails von unbekannten Absendern im Netz, versehen mit dubiosen Anhängen, die angeblich lustige Spiele, Sexbilder oder gar polizeiliche Ermittlungsakten gegen den Benutzer wegen dessen angeblichem illegalen Musik- Download enthalten.</P><P>Alles Lüge, denn meist wartet ein digitaler Parasit darauf, auf diese Weise von einem gutgläubigen Nutzer freigesetzt zu werden. Neuerdings tarnen sich Viren auch in Form von Bildern oder nutzen Videos als Vehikel. Zuletzt tat das auf spektakuläre Weise der Wurm Famus-F, der in Form einer Film-Botschaft von Osama Bin Laden auftrat und die allgemeine Terrorangst als Köder nutzte. "Technik alleine bestimmt nicht die Sicherheit eines PCs. Misstrauen und gesunder Menschenverstand sind allemal hilfreicher als Schutzprogramme.</P><P>Da Anwender oft alles anklicken, was sie geschickt bekommen, werden die Hersteller von Virenscannern und Firewalls weiterhin gute Umsätze machen", erklärt Daniel Bachfeld, Sicherheitsexperte bei der Computerzeitschrift ct. Privatanwender werden zunehmend Opfer von Hacker- und Virenattacken. Mittlerweile hat jeder zweite Deutsche Zugang zum Internet (rund 34 Mio.) - und meist wenig Ahnung von effektiven Präventionsmaßnahmen, die nicht viel kosten müssen. Michael Dickopf vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn empfiehlt generell mehr Misstrauen.</P><P>"Die Arglosigkeit ist nach wie vor groß. Sonst wäre der Schaden ja nicht so immens." Erste Hilfe für den heimischen Rechenknecht: Gratis- Virenscanner und Firewall installieren und stets die neuesten Windows-Updates herunterladen. Wenn PCs erst mal nicht mehr funktionieren, kann man als User schon mal die Nerven verlieren. </P><P>Nicht wenige Menschen brüllen ihre Computer an, einige werden gar handgreiflich gegenüber ihrem Gerät, so das Ergebnis einer empirischen Untersuchung der Soziologin Marleen Brinks an der Fern-Universität in Hagen. Helfen wird das nicht - sind Daten weg, ist es in der Regel zu spät. Wer es Schädlingen hingegen so schwer wie möglich macht, kann mit Sicherheit auch wieder sorgenfreier am PC arbeiten.</P><P>Links:<BR>www.mittelstand-sicher-im-internet.de <BR>www.bsi-fuer-buerger.de <BR>http://www.windowsupdate.microsoft.com<BR></P>

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