Kampf ums Weihnachtsgeschäft

- Der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft mit Spielekonsolen ist gefallen: Nintendo hat den unverbindlichen Verkaufspreis für seinen Gamecube von 199,95 auf 99,99 Euro gesenkt. Damit ist der Spiele-Würfel deutlich günstiger als die Konkurrenten Playstation 2 von Sony und die Xbox von Microsoft, deren Preisempfehlungen bei rund 200 Euro liegen. Kritische Zeitgenossen behaupten jedoch, der Grund für die Preissenkung des Gamecube sei auch die Unzufriedenheit mit den bisherigen Verkaufszahlen.

<P>Düsseldorf - Bislang wurden weltweit rund 10 Millionen Gamecubes abgesetzt. An diesem Punkt wollte Nintendo Ende März angelangt sein. So gab es sogar schon Gerüchte, demnach der Gamecube gar keine Zukunft mehr habe. Dazu passt auch der vorübergehende Produktionsstopp im August. Die Lager waren voll, die Nachfrage gering. Fast zeitgleich hatte Nintendo-Chef Satoru Iwata für das Frühjahr 2004 ein "völlig neuartiges Spiel-Produkt" angekündigt. </P><P><BR>Doch Axel Herr, Managing Director von Nintendo Deutschland in Großostheim (Hessen) beschwichtigt: "Der Gamecube hat eine Zukunft. Das beweisen allein die geplanten Spiele- Neuerscheinungen in den kommenden Wochen und Monaten." Das Unternehmen hält also an dem vermeintlichen Sorgenkind fest und ergreift nicht mit einem Nachfolger die Flucht nach vorn. Zu dem mysteriösen Coup, den der japanische Videospiele-Spezialist im Frühjahr landen will, kann auch Axel Herr nichts sagen. "Man hat so seine Ahnung, weiß aber noch nichts Genaues. Wenn Satoru Iwata jedoch etwas ankündigt, das die Medienlandschaft revolutionieren könnte, dann könnte das tatsächlich so sein."</P><P><BR>Kürzlich noch schreckten Nachrichten von einigen Spiele-Herstellern die Gamecube-Daddler auf: Unter anderem haben der Spieleherausgeber Eidos, verantwortlich beispielsweise für "Tomb Raider", sowie Codemasters, mit der Rallyesimulation "Colin McRae" im Portfolio, angekündigt, in Zukunft keine Spiele mehr für den Gamecube zu veröffentlichen. Allerdings haben diese Unternehmen auch bislang den Gamecube nur sehr spärlich mit Software versorgt.</P><P><BR>Einer der wichtigsten Spiele-Hersteller, Electronic Arts (EA) mit Deutschlandsitz in Köln, wird diesem Beispiel nicht folgen. Jörg Trouvain, EA-Geschäftsführer Deutschland: "EA veröffentlicht Spiele für alle Plattformen - wir werden auch weiterhin Nintendos Gamecube unterstützen." Aus seiner Sicht hat der Gamecube auch eine Zukunft, "da der Markt groß genug für drei Heimkonsolen ist."<BR>Die Konkurrenz lässt sich von der Preissenkung für den Gamecube nicht beirren. "Wir haben für die Weihnachtsgeschäft unsere geplanten Aktionen, und daran ändert auch die massive Preissenkung des Gamecube nichts", erklärt Managing Director Manfred Gerdes von Sony. Zu diesen Maßnahmen gehört ein Paket aus Playstation 2 und dem Eyetoy - einer USB-Kamera für Partyspiele. Das Kombi-Angebot soll 199,95 Euro kosten. Der Gesamtpreis für die auch einzeln erhältlich Geräte beträgt normalerweise 260 Euro. </P><P><BR>Auch beim Xbox-Hersteller Microsoft gibt man sich gelassen: PR-Manager Boris Schneider-Johne sieht keinen Anlass für eine Preissenkung der Xbox. Man werde für das Weihnachtsgeschäft sicher das eine oder andere Bundle, unter anderem auch mit familienfreundlichen Jump-n-Run-Spielen schnüren, die wohl rund 250 Euro kosten dürften. Die Pakete bestehen aus Konsole mit einem Controller und zwei Spielen. Nimmt man einen durchschnittlichen Spielepreis von rund 60 Euro als Grundlage, entspricht das einem Preisvorteil von 70 Euro.</P><P><BR>Wie bei Nintendo geht man auch bei Microsoft und Sony davon aus, dass im kommenden Jahr noch keine Nachfolger für die Konsolen der dritten Generation auf den Markt kommen. Sony plant zwar die Veröffentlichung zweier neuer Produkte - allerdings handelt es sich zum einen bei der PSX genannten Konsole um eine zu einer Multimedia-Maschine weiter entwickelten PS 2. Das Gerät wird über eine Festplatte verfügen und auch für die Aufzeichnung von Fernseh-Programmen geeignet sein. </P><P><BR>Darüber hinaus will Sony auf dem Markt für Handheld-Konsolen für erweiterten Wettbewerb sorgen. "Auch die Playstation Portable wird in der zweiten Jahreshälfte 2004 kommen", kündigt Gerdes an. Dann bekommt also Nintendos Gameboy neben dem Spiele-Handy N-Gage von Nokia einen weiteren Konkurrenten. Mit einer PS 3 sei nicht vor 2005 zu rechnen, so Gerdes.</P><P><BR>Microsoft wird sich im kommenden Jahr auf die Weiterentwicklung der Online-Spiele-Plattform Xbox live konzentrieren. "Wir wollen sehr schnell die Online-Spielewelt mit Handys oder Handhelds vernetzen", erklärt Schneider-Johne. Dann kann man sich beispielsweise über Spielstände per SMS informieren lassen. Vielleicht ja auch über weitere Preissenkungen. </P>

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